Was tun, wenn ein Tumor nicht mehr auf eine Behandlung anspricht?

(mko) Was tun, wenn ein Tumor nicht mehr auf eine gezielte Behandlung anspricht und trotz dieser Therapie weiter fortschreitet? Heute spielen beim Nierenzellkrebs zielgerichtete Therapien eine zentrale Rolle. Ziel ist es die Signalübertragung, die zum Tumorwachstum führt, therapeutisch zu beeinflussen und somit das Fortschreiten zielgenau zu hemmen. Dabei haben die anti-angiogenen Substanzen Sunitinib, Sorafenib und Bevacizumab (sogenannte Tyrosinkinase-Hemmer) die Therapie maßgeblich verändert. Denn: Chemotherapie und auch die Strahlentherapie haben sich als nicht wirksam herausgestellt. Lediglich bei Metastasen wird die Strahlentherapie vor allem zur Linderung der Symptome eingesetzt. Eine Heilung ist dadurch aber nicht möglich.

Häufig tritt jedoch, nach einer gewissen Behandlungszeit, ein Fortschreiten der Erkrankung auf und Mediziner gehen dann davon aus, dass der Tumor Resistenzmechanismen gegenüber der Therapie entwickelt hat. Dabei handelt es sich nicht um eine Resistenz, die auf einer einzelnen Mutation beruht, sondern um einen komplexen tumorbiologischen Prozess, bei dem es dem Tumor gelingt, die antiangionene Wirkung der Tumorkinase-Hemmer der ersten Behandlung zu umgehen.

Mit der Entwicklung dieses Resistenzmechanismus umgeht der Tumor die Auswirkungen der
Tyrosinkinase-Hemmer-Therapie.Daher muss das Ziel einer Folgetherapie sein, diesen Resistenzmechanismus zu überwinden, um damit das Fortschreiten des Nierenzellkarzinoms aufzuhalten. Für diese Folgetherapie stehen jetzt erstmals erste wissenschaftliche Studiendaten für das neue Präparat Everolimus (Afinitor®) mit einem völlig anderen Wirkmechanismus zur Verfügung. Die Studie hat eine hohe Effektivität in der Behandlung nachgewiesen und zwar bei den Patienten, bei denen es unter der ersten Behandlung mit einem Tyrosinkinase Hemmer trotzdem zum Fortschreiten (Progression) der Erkrankung kam.
Mit der Behandlung von Everolimus ist es jetzt möglich diese Resistenzen, die sich im Laufe der Therapie gegen die antiangiogene Behandlung aufbauen, zu überwinden und damit dem Patienten auch eine längere, progressionsfreie Überlebenszeit zu ermöglichen.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 17.250 Menschen neu an Nierenkrebs. Dabei handelt es sich in ca. 90 Prozent der Fälle um das klarzellige Nierenzellkarzinom. Man unterscheidet vier Subtypen, der häufigste ist der klarzellige Nierenzellkrebs mit 75 – 80 Prozent aller Fälle.