Warnung: Kinderlähmung in Afrika und im Nahen Osten

(mko) In verschiedenen Ländern Afrikas und des Nahen Ostens ist es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Infektionen mit dem Polio-Virus gekommen. Eine Infektion kann Kinderlähmung auslösen. Vor Aufenthalten in Kamerun, Äthiopien, Nigeria, Kenia, Äquatorialguinea, Somalia, Israel, Syrien, Afghanistan, Irak oder Pakistan ist eine einmalige Auffrischung der Polio-Impfung ratsam, teilt das CRM Centrum für Reisemedizin mit.

Der Polio-Erreger wird durch Schmierinfektion durch Fäkalien übertragen. Etwa 95 Prozent der Infektionen bleiben symptomlos, bei rund fünf Prozent entwickelt sich eine Poliomyelitis, also Kinderlähmung. Neben Fieber, Hals- und Kopfschmerzen kann es zu bleibenden Lähmungen der Arm- oder Beinmuskulatur, schlimmstenfalls auch zu Lähmungen der Sprech-, Schluck- oder Atemmuskulatur kommen.
„Vor Reisen in Länder, in denen das Polio-Virus aktuell verbreitet ist, sollten Erwachsene ihren Impfschutz einmalig auffrischen lassen. Bei mitreisenden Kindern sollte der Impfstatus geprüft und eventuell fehlende Impfungen gegen Poliomyelitis unbedingt nachgeholt werden“, empfiehlt Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Die Impfung gegen Polio gehört in Deutschland zu den sogenannten Standardimpfungen. Kinder sollten im ersten und zweiten Lebensjahr in mehreren Dosen gegen Polio geimpft werden. Eine Auffrischimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut für Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr. Vor Reisen in Länder, in denen Polio verbreitet ist, raten Experten in jedem Fall zu einer Auffrischung des Impfschutzes