Vorsicht vor rohem oder wenig gegartem Schweinefleisch in Polen und Ost-Europa

Reisende aus Polen sind nach der Rückkehr in den letzten drei Monaten an Trichinellose zum Teil schwer erkrankt. Einer musste nach einem Herzstillstand intensivmedizinisch behandelt werden. In Westpommern haben sich seit Mitte Juni über 200 Personen infiziert, von denen 73 ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Als Infektionsquellen gelten Fleischwaren von regionalen Metzgern. Das CRM Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf, warnt daher vor dem Verzehr vonrohen und wenig gegartem Fleisch bei Auslandsreisen. „Ein Infektionsrisiko besteht auch in allen osteuropäischen Ländern“, sagt PD Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM.

Die Trichinellose ist eine Infektion mit dem Rundwurm Trichinella spiralis. Dessen etwa ein Millimeter kleine Larven können sich im Fleisch von infizierten Schweinen oder Wildtieren befinden. Wird das Fleisch roh, beispielsweise als Wurst, oder nicht durchgekocht bzw. -gebraten verspeist, gelangen die Larven in den menschlichen Körper. Nach 1-2 Tagen schlüpfen erwachsene Würmer und produzieren neue Larven. Diese wandern über die Blutbahn in die Muskulatur, bilden dort Zysten und können jahrelang überleben. Die Erkrankung beginnt manchmal mit Durchfall und Erbrechen. Einige Tage später kommt es zu Fieber, starken Muskelschmerzen und allergischen Hauterscheinungen. Aber auch Organkomplikationen wie Herzmuskelentzündungen und Hirnentzündungen sind möglich. Informationen