Vorsicht mit Konservierungsmitteln in Augentropfen

(mko) „Neuere Untersuchungen zeigen, dass Tropfbehälter ohne Konservierungsmittel auch nach wiederholter Anwendung zu 98 Prozent keimfrei blieben“ so Dr. Elisabeth Messmer von der Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft in München. Konservierungsmittel in Augentropfen verhindern, dass mit dem Präparat Krankheitserreger ins Auge gelangen. Werden sie jedoch über lange Zeit und häufig angewendet, können sie die Augen schädigen. Besonders gefährdet, so Messmer, seien Menschen mit einem Glaukom, die täglich Tropfen nehmen müssen. „Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Trockenem Auge und Glaukom oder einer gesicherten Konservierungsmittelallergie sollten konservierungsmittelfreie Augentropfen verordnet werden“, rät die Expertin. Dies gelte auch für Träger von Kontaktlinsen
Konservierungsmittel sind seit 1978 in allen Augentropfen gesetzlich vorgeschrieben, die länger als 24 Stunden angewendet werden. In Mehrdosisbehältnissen könnten sich sonst Bakterien oder Pilze vermehren. Zu den Vorteilen gehört neben dem Infektionsschutz, dass bestimmte Konservierungsstoffe das Eindringen einiger Wirkstoffe ins Auge verbessern. Allerdings bieten auch Konservierungsmittel keinen absoluten Schutz vor Erregern: Oft benutzt, lassen sich in einem Drittel der konservierten Tropfen nach 15 Tagen Bakterien nachweisen. Häufige Anwendung könne zum Trockenen Auge führen oder den Zustand eines Trockenen Auges verschlechtern.
Einige Augentropfen enthalten daher mittlerweile Konservierungsmittel wie Polyquad, das die Oberfläche deutlich weniger schädigt als BAC, oder Natriumperborat und Oxychloro-Komplex (Purite,®), die sich bei Kontakt mit Tränenflüssigkeit oder bei Licht in unschädliche Bestandteile auflösen „Die meisten Patienten vertragen diese Konservierungsmittel besser“, berichtet Dr. Messmer. Das belegen auch Studien.

Die sicherste Wahl seien Augentropfen ohne Konservierungszusatz. Diese werden heute in speziellen Behältnissen angeboten. Einige sind mit versilberten Stahlventilen ausgestattet. Sie verhindern, dass Keime eindringen. Bei anderen Flaschen saugt ein Filter den Konservierungsstoff vor dem Kontakt mit dem Auge auf. Meist werden unkonservierte Augentropfen in sogenannten Einmalophtiolen geliefert.

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