Unser Immunsystem ist saisonal unterschiedlich aktiv

(mko) Wie wir auf Therapien reagieren hängt maßgeblich von den Jahreszeiten ab, das berichtet ein Forscherteam aus England. Fast ein Viertel der Gene variiert je nach Saison, unser Immunsystem ist also saisonal unterschiedlich aktiv. Das ist wohl der Rückschluss, warum bestimmte Erkrankungen im Winter häufiger auftreten und unser Organismus im Sommer weniger anfällig ist. Die jahreszeitliche Abhängigkeit wirkt sich auf für die Immunabwehr zuständige Zellen und die Zusammensetzung von Blut und Fettgewebe aus.
Die Forschergruppe um John Todd an der University of Cambridge analysierte die Aktivität ausgewählter Gene von mehr als 16.000 Menschen aus Großbritannien, den USA, Island, Australien und Gambia.
Im Labor analysierten sie anschließend die Aktivität von mehr als 5000 Genen. Das Ergebnis: die Gene zeigten auf der Nord- und Südhalbkugel dieselben Aktivitätsmuster – allerdings in gegensätzlichem Rhythmus.

In den Monaten Juni bis Oktober enthielt das Blut der afrikanischen Probanden eine deutlich erhöhte Anzahl an Immunzellen. Das korrespondiert mit einem häufigeren Auftreten von Infefktionskrankheiten während der Regenzeit, weil mehr Moskitos zustechen.

Reaktion auf Impfungen

Auch die Reaktion auf Impfungen fällt jahreszeitlich verschieden aus. Da bei Bewohnern der nördlichen Hemisphäre das Immunsystem im Winter besonders aktiv ist, könnten Impfprogramme in der kalten Jahreszeit effektiver sein. Die Gene befinden sich dann in einem erhöhten Aktivitätsmodus und machen die Immunzellen schlagkräftiger.

 

Quelle: Nature Communications