Tumorschmerzen müssen nicht sein

(mko) 250.000 Tumorschmerz-Patienten bekommen keine adäquate Schmerztherapie in Deutschland, obwohl es moderne Retardopioide mit geringen Nebenwirkungen wie z. B. Oxycodon und Hydro-morphon gibt. Nach einer Studie des Zentrums für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus in Bonn ist das häufigste Symptom von Tumorpatienten der Schmerz (76 Prozent). Er entsteht u. a., weil der Tumor auf das umliegende Gewebe drückt oder in die Nerven ein-wächst. Eine effektive Schmerzthe-rapie ermöglicht Patienten länger als erwartet in Würde und Auto-nomie mit höchstmöglicher Le-bensqualität trotz Krebs zu leben. So Dr. Thomas Nolte vom Schmerz- und Palliativzentrum, Wiesbaden. Schmerz hat immer körperliche, emotionale, soziale und spirituelle Komponenten, so Dr. Marianne Kloke vom Zentrum für Palliativmedizin, Essen. Daher fordern die Experten ein maßge-schneidertes Therapiekonzept, das auch die Apotheker mit einbindet, um die Lebensqualität und Effekti-vität einer Schmertherapie bei Schwerstkranken zu gewährleisten. Niemand stirbt früher, weil seine Schmerzen mit Morphin oder ande-ren Opioiden behandelt werden.