(mko) Den Mechanismus vieler krankhafter Stoffwechselstörungen haben jetzt Wissenschaftler des Krebsforschungszentrums, Heidelberg entdeckt. „Dass zwischen körpereigenem Kortisol oder auch therapeutisch eingesetztem Kortison und der Entstehung einer Fettleber ein Zusammenhang besteht, war lange bekannt. „Jetzt kennen wir aber“, so Studienleiter Stephan Herzig , „die Bedingungen wie körpereigene Glukoid-Hormone zu einer Entgleisung des Fettstoffwechsels beitragen. Damit haben wir den zentralen Mechanismus entdeckt, der im Mittelpunkt vieler krankhafter Stoffwechselstörungen steht“.
Die Kombination aus Fettleber, Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck gilt als der primäre Auslöser für lebensbedrohliche Gefäßverschlusskrankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.
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Neuer Gerinnungsfaktor bei Hirnblutungen
(mko) Hirnblutungen sind die schwerwiegendste Form bei einem Schlaganfall. Erstmals wurden jetzt in Heidelberg Patienten mit einem gentechnisch hergestellten gerinnungsfördernden Wirkstoff behandelt und dabei positive Ergebnisse erzielt. Die Therapie mit dem neuen Gerinnungsfaktor VII a stellt eine deutliche Verbesserung dar, d. h. das Ziel, die bedrohlichen Nachblutungen zu stoppen oder ganz aufzuhalten wurde mit dem neuen Wirkstoff erreicht. Von den 200.000 Menschen, die jährlich einen Schlagan-fall erleiden, bekommen etwa dreißig Prozent innerhalb von vier Stunden lebensbedrohliche Nach-blutungen. Wichtig ist es, diese schon früh zu stoppen. Eine andere Studie besagt, dass Sport vor und auch noch nach einem Schlaganfall den Verlauf und die Schwere positiv beeinflusst. Das liegt an der Stickstoffmonoxid-Produktion in den Blutgefäßen. Wer regelmäßig Sport treibt, steigert den Gehalt eines bestimmten Enzyms und das verbessert die Freisetzung des Stickstoffmonoxids. Dadurch wird das Gehirn besser durchblutet, die Gefäßneubildung wird angeregt und insgesamt erholen sich Patien-ten nach einem Schlaganfall dann besser.
Arbeitsplatzverlust treibt Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall in die Höhe
(mko) Verlieren ältere Arbeitnehmer vorzeitig ihren Job, verdoppelt sich das Risiko des Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Und: die sich daraus ergebenden Kosten für die Behandlung belasten das Gesund-heitssystem zusätzlich. Untersucht wurden in einer US- Studie über 4.300 Teilnehmer im Alter von 51 und 61 Jahren. 582 davon hatten kurzfristig ihren Job verloren. Innerhalb von zehn Jahren erlitten 23 eine Herzattacke und 13 einen Schlaganfall. Der Verlust des Ar-beitsplatzes oder erzwungene Kurzarbeit im Altern über 50 Jahre provozieren erheblichen Stress mit negativen Folgen für die Gesamt-Gesundheit.
Neu: Computer berechnet persönliche Risikofaktoren für Herzinfarkt
(mko) Um das Risiko eines Herzinfarktes noch genauer für die nächsten zehn Jahre bestimmen zu kön-nen, wurde jetzt ein neues Computerprogramm namens „Heartscore“ entwickelt. Das Programm – es basiert auf der Systematic Coronary Risk Evaluation (SCORE) sowie dem „Precard“-Risiko-Bewertungsinstrument aus Däne-mark, verwendet die neuesten eu-ropäischen Leitlinien für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Heartscore“ ersetzt statistische Risikotabellen, und hilft Ärzten dabei, den Patien-ten zu erklären, wie sie durch ihren Lebensstil beeinflusste Risikofakto-ren wie z.B. Rauchen, Bluthochdruck oder hohe Cholesterinwerte für einen Herzinfarkt reduzieren können.
Effektivere Therapie für Schlaganfall-Patienten
(mko) Wer nach einem Schlaganfall an einer Armlähmung leidet, erhält jetzt im Berliner Charité Campus Benjamin Franklin eine neue effektivere Therapie. Entwi-ckelt wurde hier das Arm-BASIS-Training, das im Gegensatz zur konventionellen Therapie und in den meisten Kliniken üblichen Rehabilitationsstrategie, primär auf häufig wiederholte, isolierte Bewegungen setzt. Beobachtet wurde dabei, so Wissenschaftler Thomas Platz, eine Umorganisa-tion der Nervenzellen im Gehirn. Benachbarte, unverletzte Gehirn-abschnitte konnten vermutlich die Aufgaben zerstörter
übernehmen. Das Besondere bei diesem Training: Das Ausmaß der Reorganisation stand im Verhältnis zur motorischen Erholung des
Patienten.
Milchkonsum senkt Schlaganfallrisiko
(mko) Milch ist gesund, jedenfalls senkt sie das Schlaganfall-Risiko. Das
fanden Wissenschaftler aus Südwales/England anhand einer Studie heraus. Sie beobachteten in der
Zeit von 1979 bis 1983 über 660 Männer, die genau Buch führen mussten, welche Nahrung
sie täglich zu sich nahmen. Beim Vergleich der Daten stellte sich heraus, dass die Männer,
die viel Milch tranken, gegenüber denen, die Milch verweigerten, gesundheitlich im Vorteil waren.
hr Schlaganfall-Risiko war um 48 Prozent niedriger und bei Herzerkrankungen um 12 Prozent.
Keine Schmerztabletten und Cox-2-Hemmer nach Schlaganfall- oder Herzinfarkt
(mko) Herzspezialisten der EU-Regulierungsbehörde und der US Food and Drug Administration warnen Patienten, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall überstanden haben, vor der Einnahme von einfachen Schmerztabletten und sogenannten Cox-2-Hemmern, wie sie z. B. bei Arthritis verschrie-ben werden. Das gilt auch für Per-sonen mit zu hohem Blutdruck o-der Cholesterin-Spiegel und für Raucher. Ärzte sollten diese Mittel nur über den möglichst niedrigsten Zeitraum, mit der niedrigsten Dosis verschreiben. Neuere Studien ha-ben ergeben, dass die Einnahme einfacher Schmerztabletten das Risiko für Herzerkrankungen an-steigen lässt.
Bei Migräne steigt die Gefahr eines Schlaganfalls – besonders bei Frauen, die mit Pille verhüten
(mko) Frauen mit Migräne haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, unabhängig vom Alter. Das hat eine erneute Aus-wertung von insgesamt 14 Studien ergeben. Achtfach höher noch ist das Risiko für Frauen, die mit der Pille verhüten. Migräne ist der häu-figste Kopfschmerz bei jungen Er-wachsenen. Vor der Pubertät leiden rund vier Prozent daran, bei den jungen Frauen um die 30 Jahre rund 25 Prozent. Man vermutet einen Zusammenhang der Hyperaggregabilität der Thrombozyten in Verbindung mit einer Verminderung der Hirndurchblutung, was häufig bei Migräne mit Aura zu beobachten ist.
Bei Mini-Schlaganfall sofort in die Klinik
(mko) „Mini“-Schlaganfälle dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden, warnen amerika-nische Experten in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift JAMA – Journal of the American Medical Association Diese Kurzattacken – mit der Folge einer kurzen Unter-brechung der Blutzufuhr zum Ge-hirn – stellen eine wesentlich größe-re Gefahr dar, als bisher angenom-men wurde. So Dr. S. Claiborne Johnston, der Leiter der Studie. Obwohl man weiß, dass diese „Vorboten“ oft einen größeren Schlaganfall nach sich ziehen, wur-de die Gefahr der kleinen Attacken bisher unterschätzt. Daher plädiert der Wissenschaftler aufgrund seiner Studienergebnisse mit über 1.700 Patienten dafür, auch bei oder nach einem „Mini“-Schlaganfall, sofort eine Klinik aufzusuchen, um per Ultraschalluntersuchung eine schnelle Behandlung einzuleiten. Über 300.000 Amerikaner erleiden jährlich eine Ischämie, so der Fach-ausdruck für die mangelnde Blutzufuhr. Die Symptome sind häufig: Benommenheit, verschwommene Wahrnehmung, die jedoch innerhalb von 15 Minuten bis 24 Stunden wieder verschwinden und keine dauerhaften Schäden hinterlassen.
„Mini-Schlaganfälle“ dürfen jedoch keinesfalls auf die „leichte Schulter“ genommen werden.
Arteriosklerose – zu hohe Homocystein-Werte mit Vitaminen bekämpfen
(mk) Homocystein gilt als Mitverursacher von Herzerkrankungen, Schlaganfall und Altersdemenz. Damit das körpereigene Stoffwech-selprodukt im Körper schneller abgebaut werden kann, sind Vita-mine notwendig, und zwar Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure. Bis auf wenige Ausnahmen sind erhöh-te Homocysteinwerte auf einen Mangel an diesen Vitaminen zu-rückzuführen. So Dr. Inge Kelm-Kahl von der Deutschen Gesund-heitshilfe in Frankfurt. Dieser Vi-taminmangel entsteht oft durch vegetarische Kost, bei Magen-krankheiten, in der Schwanger-schaf, durch zu hohen Alkoholkon-sum, durch Stress und auch durch die „Pille“. Hier empfiehlt sich eine homocysteinabbauende Vitaminthe-rapie. Denn um dieses Ziel auf na-türlichem Wege zu erreichen, müs-sen Betroffene fünf Mal am Tag Obst und Gemüse essen und um den Folsäurebedarf allein zu de-cken, täglich einen ganzen Kopfsa-lat.