Schlagwort-Archive: Ranibizumab

(mko) Für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) steht schon bald eine neue Therapie zur Verfügung. Dabei wird die zweimalige Injektion des Wirkstoffs Ranibizumab mit einer Bestrahlung der Netzhaut im Auge kombiniert. Damit könnte die besonders gefährliche „feuchte“ Form der AMD künftig noch wirksamer und mit weniger Aufwand für den Patienten behandelt werden.

Makuladegeneration ist hierzulande die häufigste Ursache für Erblindung im Alter. „Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 50 000 Menschen neu an der feuchten Form der AMD“, erklärt Professor Peter Wiedemann, Direktor der Universitäts-Augenklinik Leipzig. Bei der feuchten Form der AMD bilden sich Blutgefäße im Bereich der Makula, der Zone mit den meisten Sehzellen auf der Netzhaut. Die Äderchen sondern Flüssigkeit ab und zerstören so die Sinneszellen. Die Injektion von Ranibizumab in den Augapfel verhindert, dass sich neue Blutgefäße bilden. „Die monatlichen Injektionen sind zwar erfolgreich, aber nicht nur sehr kostenintensiv, sondern auch mit großem organisatorischem
Aufwand für Patient und Arzt verbunden“, so der Experte. Abhilfe könnte eine neue Therapie schaffen, bei der Ärzte die Netzhaut mit Strontium-90 bestrahlen. In einer kurzen ambulanten Operation wird die
Strahlenquelle mit einem speziellen Gerät gezielt bis zur erkrankten Makula vorgeschoben. So können die Strahlen punktgenau wirken, benachbarte Strukturen bleiben verschont. ...mehr

(mko) Das renommierte US-Wissenschaftsmagazin”Science” zählt Ranibizumab, ein in Deutschland Ende Januar 2007 zugelassener neuer Wirkstoff für die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu den Top 10 der wissenschaftlichen Entdeckungen im Jahr 2006. Ranibizumab wurde speziell für die „feuchte“ Form der AMD entwickelt und vermeidet die Bildung krankhafter Gefäße im Auge und verbessert dadurch die Sehstärke erheblich. 40 Prozent der Patienten erleben unter der Therapie mit dem neuen Wirkstoff eine Verbesserung ihrer Sehkraft von 15 Buchstaben und mehr und bei 90 Prozent stabilisert sich die Sehfähigkeit, so die aktuellen Studienergebnisse. Die Ursache der feuchten (es gibt auch eine trockene) AMD sind mangelnder Stoffwechsel, undichte und blutende Gefäße im Auge. Austretende Flüssigkeit gelangt in das Netzhautge-webe, so dass die Makula, die Stelle des bestens Sehens im Auge, anschwillt. Der neue Wirkstoff stoppt das Wachstum der Gefäße, in dem er den dafür bestimmten Wachstumsfaktor VEGF-A blockiert. Professor Frank G. Holz, Universitäts-Augenklinik, Bonn:“ Bei neun von zehn Patienten stabilisiert sich das Sehvermögen und damit auch die Lebensqualität.“ Die Behandlung: drei Monate je eine Injektion mit 0,5 Milligramm Ranibizumab (wird von den Krankenkassen übernommen, Kosten pro Spritze: 1.500 Euro). Für weitere – sechs Injektionen werden empfohlen – muss der behandelnde Augenarzt einen Antrag stellen. Wichtig: Die Injektionen müssen unter sterilen OP-Bedingungen zur Vermeidung von Bakterien stattfinden. Die Nachbehandlung erfolgt mit antibiotischen Augentropfen. In Deutschland gibt es insgesamt 4,5 Millionen AMD-Patienten (davon allein 50.000 Neuerkrankungen pro Jahr bei der „feuchten“ Form). Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko wie Nichtraucher, genetische Faktoren und erhöhter Blutdruck gelten als weitere Risikofaktoren. Auch die Ernährung und UV-Licht sielen eine Rolle.Mehr Pro-Retina

(mko) Injektionen mit dem Wirkstoff Ranibizumab stoppen bei der Behandlung der feuchten Makuladegeneration (AMD) den Verlust der Sehkraft. Das Medikament Lucentis® mit dem entsprechenden Wirkstoff wird bereits bei der Behandlung der feuchten AMD eingesetzt, es soll jetzt auch in Europa zugelassen werden. Eine Studie in Südfrankreich mit über 700 Patienten hat erstmals gezeigt, dass der Wirkstoff den Verlust der Sehkraft um 90 Prozent verlangsamt und die Sehkraft um ein Drittel verbessert. Es handelt es sich um ein gentech-nisch entwickeltes humanisiertes Antikörperfragment, das ein ganz bestimmtes Protein (VEGF) bindet und hemmt, das bei der Bildung neuer Blutgefäße eine entscheidende Rolle spielt. Der Wirkstoff stoppt Wachstum und Durchlässigkeit neuer Blutgefäße. Das ist wichtig, denn Mediziner gehen da-von aus, dass die Bildung immer neuer Blutgefäße das Fortschreiten (Sehverlust bis zur vollständigen Erblindung) der feuchten Makula-degeneration verursacht. Allein in Deutschland sind zwei Millionen Menschen betroffen. Eine ähnliche Wirkung wie Lucentis® haben u. a. auch Macugen ® und Avastin ®, das auch in der Krebstherapie ein-gesetzt wird.