Ustekinumab wird bereits bei Rheuma- und Hautpatienten erfolgreich eingesetzt und soll nun für die CED-Therapie zugelassen werden. Vedolizumab ist ein neu entwickelter, entzündungs-hemmender Antikörper, der das Eindringen von Entzündungszellen durch die Darmwand verhindert. Das Medikament blockiert einen Rezeptor, den die schützenden Lymphozyten benötigen, um in den Darm einzuwandern. Bisher eingesetzte Medikamente hemmen das gesamte Abwehrsystem eher unspezifisch und anti-entzündlich, so Professor Britta Siegmund, Direktorin der Medizinischen Klinik, Campus Benjamin Franklin an der Charité Uniklinik Berlin. „Im Vergleich dazu wirkt Vedolizumab gezielt ‚darmspezifisch‘ und ermöglicht so eine neue zukunftsweisende Behandlungsstrategie. Dadurch können wir frühzeitiger eine effektive Therapie einleiten.“
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Chronisch entzündliche Darmerkrankungen beim Kind: Ursache häufiger Antibiotikaeinsatz?
In Deutschland und anderen reichen Industrienationen wird ein steiler Anstieg von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) bei Kindern und Jugendlichen registriert − bei Erwachsenen gibt es Hinweise, dass die Veränderung der Darmflora durch Antibiotika zur Genese eines Morbus Crohn beitragen kann.( Quelle: American Journal Epidemiol. (2001) 154(4): 328-335 doi:10.1093/aje/154.4.328)
Endomikroskopie: Neues Diagnose-Verfahren bei Darmerkrankungen
vom Universitätsklinikum Mainz. Das verbessert die Diagnose auf Grundlage des entnommenen Gewebes und vermindert Kosten, da Massen-Biopsien entfallen. Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen können vom endomikroskopischen Verfahren auch bei den regelmäßig stattfindenden Überwachungsuntersuchungen ihres Darmes profitieren. Bei bisherigen Behandlungen entnehmen Ärzte Gewebeproben, um diese zu untersuchen. Gut ausgebildete Endoskopen können schon bei der Untersuchung mit Hilfe des eingebauten Mikroskopes krankhafte Veränderungen erkennen. Dazu gehören frühe Stadien von Dickdarmkrebs – Menschen mit langjähriger Colitis ulcerosa haben hier ein erhöhtes Risiko – oder auch sogenannte Zellabschilferungen der Dünn- und
Dickdarmschleimhaut. Dabei lösen sich einzelne Schleimhautzellen, die Barrierefunktion der Schleimhaut ist gestört und es können entzündliche Reaktionen folgen.