Schlagwort-Archive: Morbus Crohn

(mko) Neue Hoffnung für Morbus Crohn-Erkrankte: Zwei neue Medikamente stehen kurz vor der Zulassung.  Die Betroffenen leiden häufig an wiederkehrenden, starken Bauchschmerzen, verlieren Gewicht und sind schnell erschöpft; dazu kommen häufige Durchfälle – rund 35 000 Menschen haben in Deutschland eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED). Die Patienten durchlaufen Zeiten und Phasen, in denen die Beschwerden und Symptome der Krankheit gehäuft auftreten, aber auch solche, in denen sie völlig beschwerdefrei sind. Morbus Crohn gilt bisher als unheilbar. Vielversprechend, als neue Therapieoption zur frühzeitigen Behandlung,  stehen jetzt die neuen Antikörper: Ustekinumab und Vedolizumab zur Verfügung, so Expertin Professor Britta Siegmund aus Berlin .

Ustekinumab wird bereits bei Rheuma- und Hautpatienten erfolgreich eingesetzt und soll nun für die CED-Therapie zugelassen werden. Vedolizumab ist ein neu entwickelter, entzündungs-hemmender Antikörper, der das Eindringen von Entzündungszellen durch die Darmwand verhindert. Das Medikament blockiert einen Rezeptor, den die schützenden Lymphozyten benötigen, um in den Darm einzuwandern. Bisher eingesetzte Medikamente hemmen das gesamte Abwehrsystem eher unspezifisch und anti-entzündlich, so Professor Britta Siegmund, Direktorin der Medizinischen Klinik, Campus Benjamin Franklin an der Charité Uniklinik Berlin. „Im Vergleich dazu wirkt Vedolizumab gezielt ‚darmspezifisch‘ und ermöglicht so eine neue zukunftsweisende Behandlungsstrategie. Dadurch können wir frühzeitiger eine effektive Therapie einleiten.“ ...mehr

(mko) Hängt der Antibiotikagebrauch bei Kindern etvl. mit dem Risiko einer chronisch entzündlichen Darmerkrankungen/CED (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) zusammen? Das haben Finnische Wissenschaftler jetzt untersucht und ihre Ergebnisse dazu veröffentlicht. In Finnland werden für jeden Einwohner alle Antibiotikaverordnungen in einem zentralen Register erfasst. So erhielten 595 zwischen 1994 und 2008 geborene Kinder bis zu ihrem 16. Lebensjahr eine CED-Diagnose − ein Morbus Crohn bestand bei 233 und eine Colitis ulcerosa bei 362 Kindern. Ihr Antibiotikaverbrauch wurde mit dem von 2.380 gesunden Kindern gleichen Alters und Geschlechts verglichen. Crohn-Patienten hatten insgesamt mehr Antibiotika erhalten als Kinder ohne chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Dieses war auch dann noch der Fall, wenn die letzten sechs Monate vor Diagnosestellung ausgeklammert wurden, weil in dieser Phase möglicherweise aufgrund der Darmbeschwerden häufiger antibiotisch behandelt wurde. Kinder mit mindestens sieben Antibiotikarezepten erkrankten doppelt so häufig wie die Kinder, für die zwischen null und sechs Rezepte ausgestellt worden waren. Besonders deutlich war der Zusammenhang zwischen Antibiotikagebrauch und Morbus Crohn bei Jungen und bei Kindern mit einer Diagnose vor dem 11. Lebensjahr. Die Substanzklasse mit der höchsten Krankheitsinzidenz waren Cephalosporine. Im Gegensatz dazu unterschied sich der Antibiotikaverbrauch von Colitis ulcerosa-Patienten nicht von dem der gesunden Vergleichspersonen.

In Deutschland und anderen reichen Industrienationen wird ein steiler Anstieg von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) bei Kindern und Jugendlichen registriert − bei Erwachsenen gibt es Hinweise, dass die Veränderung der Darmflora durch Antibiotika zur Genese eines Morbus Crohn beitragen kann.( Quelle: American Journal Epidemiol. (2001) 154(4): 328-335 doi:10.1093/aje/154.4.328) ...mehr

(mko) Bildgebenden endoskopische Verfahren spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Diagnose chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die Endomikroskopie ist ein neues Verfahren, das krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut schon während der Untersuchung zeigt und so überflüssige Gewebeentnahmen reduziert. Die Endomikroskopie ist ein Endoskop mit integriertem Mikroskop. Es wird im Dick- oder Dünndarm platziert und der Patient erhält intravenös ein Kontrastmittel verabreicht. Nach wenigen Minuten kann der gewünschte Bereich genau betrachtet werden. „Die Endomikroskopie kann auffällige Abschnitte der Schleimhaut noch während der Untersuchung identifizieren und gezielt Gewebe entnehmen“, erläutert Professor Dr. med. Ralf Kiesslich,

vom Universitätsklinikum Mainz. Das verbessert die Diagnose auf Grundlage des entnommenen Gewebes und vermindert Kosten, da Massen-Biopsien entfallen. Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen können vom endomikroskopischen Verfahren auch bei den regelmäßig stattfindenden Überwachungsuntersuchungen ihres Darmes profitieren. Bei bisherigen Behandlungen entnehmen Ärzte Gewebeproben, um diese zu untersuchen. Gut ausgebildete Endoskopen können schon bei der Untersuchung mit Hilfe des eingebauten Mikroskopes krankhafte Veränderungen erkennen. Dazu gehören frühe Stadien von Dickdarmkrebs – Menschen mit langjähriger Colitis ulcerosa haben hier ein erhöhtes Risiko – oder auch sogenannte Zellabschilferungen der Dünn- und
Dickdarmschleimhaut. Dabei lösen sich einzelne Schleimhautzellen, die Barrierefunktion der Schleimhaut ist gestört und es können entzündliche Reaktionen folgen. ...mehr

(mko) Ein Gendefekt fördert das Risiko einer Morbus-Crohn-Erkrankung. Das Gen DMBT1 schützt den Darm normalerweise vor Krankheitserregern. Ist dies Gen aber defekt oder fehlt es ganz, steigt das Risiko an der entzündlichen Darmerkrankung zu erkranken, bei der auch alle Teile des gesamten Magen-Darm-Traktes entzündet sein können. Bei Morbus Crohn spricht man auch von einer Immunerkrankung, denn Studien weisen daraufhin, dass ein ge-schwächtes Immunsystem den chronischen Befall der Schleimhaut durch Krankheitserreger begünstigt.

(mko) Menschen, die an der Darmerkrankung Morbus Crohn erkrankt sind, sollten in den entzün-dungsfreien Phasen zweimal in der Woche, über mindestens drei Monate, ein Lauftraining von jeweils 90 Minuten absolvieren, alternativ zur Medikamententherapie. Das stärkt das Immunsystem und stabilisiert es. Das besagt eine Studie mit 80 Patienten (Männer und Frauen zwischen 18 und 55 Jahre Ausdauersport verbessert die Lebensqualität und den Krankheitsverlauf von Morbus-Crohn-Patienten . Mehr

(mko) Im Institut Pasteur in Lille in Frankreich wurden gentechnisch veränderte Bakterien hergestellt, die Symptome chronischer Darmentzündungen wie sie z.B. bei chronischen Magengeschwüren oder Morbus Crohn auftreten, lin-dern können. Im Test verringerten die veränderten Lactobazillen die Produktion entzündungsfördernder Verbindungen. Forscherin Corinne Grangette glaubt die Ergebnisse dieser Tierversuche auch auf den Menschen übertragen zu können. Das heißt, in Verbindung mit Im-munzellen beeinflussen die Bakteri-en die Produktion verschiedener Stoffe, die bei Entzündungen eine Rolle spielen. Symptome wie Dar-mentzündungen und Durchfall könnten damit auch stark vermin-dert werden.

(mko) Hoffnung für Morbus Crohn-Erkrankte und für Patienten mit Krebs im Verdauungsbereich: Französische Forscher entdeckten jetzt eine neue Art eines T-Lymphozyten-Untervolks, das bei der künftigen Behandlung eine wichtige Rolle spielen könnte. So der Wissen-schaftler Olivier Lantz. Die identi-fizierten Zellen (sogenannte MAIT-Zellen – Mucosal Associated Inva-riant T-Cells) kommen vorwiegend in der Darmschleimhaut vor. Im Gegensatz zu den meisten anderen T-Immunzellen, die sich beim Kon-takt mit ihren eigenen spezifischen Krankheitserregern vermehren, sind die MAIT-Zellen bereits ohne Im-munisierung zahlreich vorhanden. Man geht davon aus, dass die MAIT-Zellen künftig eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Darmimmunität spielen werden, d. h. bei Morbus Crohn, der Immuntherapie und für Krebserkrankungen im Verdauungstrakt.