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(mko) Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) oder so genannte Weichteiltumore (Sarkome) treten meist in der Wand des Verdauungstrakts auf und breiten sich dort an Ort und Stelle oder innerhalb des Bauchraums aus. GIST können von der Speiseröhre bis zum Enddarm auftreten. Meist finden sie sich in der Wand des Magens oder Dünndarms. Nachdem seit einigen Jahren die für GIST typischen Veränderungen des Erbmaterials bekannt sind, können die Pathologen, die die entnommenen Tumoren oder Gewebsproben unter dem Mikroskop untersuchen, gastrointestinale Stromatumoren (GIST) mit hoher Wahrscheinlichkeit von anderen Weichgewebstumoren (Sarkomen) unterscheiden. Dies ist von großer Bedeutung, da gastrointestinale Stromatumoren (GIST) anders behandelt werden als andere Weichgewebstumoren (Sarkome) Etwa die Hälfte der gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) ist bei Diagnosestellung örtlich, d.h. auf einen Abschnitt des Verdauungstrakts begrenzt und somit einer Operation zugänglich. Die genaue Tumorausdehnung und die Möglichkeiten der operativen Tumorentfernung können häufig jedoch erst während der Operation bestimmt werden. Nach einer erfolgreichen Operation, bei der der Tumor im Gesunden entfernt wurde, wird in den allermeisten Fällen bislang keine weitere Nachbehandlung durchgeführt. Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die nicht operiert werden können, sei es, da Metastasen in anderen Organen vorhanden sind, bei einer Operation lebenswichtige Organe verletzt werden könnten oder entfernt werden müssten, erhalten zunächst eine medikamentöse Tumorbehandlung mit dem Wachstumshemmer Imatinib (Glivec®). Trotz Operation und Resektion des Tumors entwickeln viele Betroffene jedoch ein Rezidiv. Seit 2009 ist die Imatinib auch zur adjuvanten Therapie zugelassen. Das heißt, Patienten, deren Tumor vollständig operativ entfernt wurde, haben seither Chance, ihr Rückfallrisiko (Rezidiv) durch eine mehrjährige adjuvante Therapie zu senken. Studien-Daten haben ergeben, dass Erkrankte so ihre Überlebenschancen deutlich verbessern. Experten empfehlen aber eine Identifizierung des Rezidiv-Risikos und eine Mutationsanalyse, da einige Patienten nicht von einer adjuvanten Behandlung profitieren.

Imatinib wurde als erstes molekular zielgerichtetes Medikament entwickelt, das Genmutationen in Krebszellen entgegen wirkt. Der Wachstumshemmer (medizinisch Tyrosinkinaseinhibitor) hat in Studien eine hohe Effektivität bei der Behandlung fortgeschrittenen GIST gezeigt.
Die Zulassung von Imatinib (2002) bedeutete für Patienten mit metastasierten Tumor einen Durchbruch n der Behandlung: Denn über 80 Prozent profitierten von der Therapie und in 68 Prozent der Fälle bildete sich der Tumor zurück. Imatinib hat auch bei speziellen Formen der Leukämie gut Erfolge gezeigt. ...mehr

(mko) Imatinib gehört zu den ersten Medikamenten in der Krebsbehandlung, die speziell entwickelt wurden, um bekannten Genmutationen in Krebszellen entgegen zu wirken. Der Wachstumshemmer (medizinisch Tyrosinkinaseinhibitor) Imatinib (als Glivec® auf dem Markt) hat in Studien eine hohe Effektivität bei der Behandlung der Chronischen Myeloischen Leukämie belegt. Nach sieben Jahren Primärtherapie überleben 86 Prozent der betroffenen Krebs-Patienten.

Bei einer Leukämie, d. h. bei Blutkrebs kommt es zu einer krankhaften Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). In Deutschland erkranken etwa 12.000 Menschen jährlich an Leukämie. Bei rund 1.500 Patienten lautet die Diagnose „Chronische Myeloische Leukämie/CML“, hier handelt es sich um eine chronisch verlaufende Form des Blutkrebses. Bei der Mehrzahl aller CML-Patienten ist die Ursache eine Chromosomenanomalie, Mediziner sprechen vom Philadelphia-Chromosom.
Die einzige erwiesene Heilungschance ist die Stammzelltransplantation. Allerdings ist es schwer einen geeigneten Spender zu finden. Die Immuntherapie mit Interferon Alfa war bis Ende der 90er Jahre Therapiestandard. Eine lang andauernde Genesung (Remission) kann mit dieser Behandlung jedoch nur in wenigsten Fällen erreicht werden. ...mehr