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(mko)  Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs fühlen sich europaweit schlecht oder negativ von der Gesellschaft wahrgenommen. Das ist das Ergebnis von 158 befragten Patientinnen und 146 befragten medizinischen Betreuern und trifft auf die Länder: Frankreich, Italien, Spanien, Niederlanden, Griechenland, Österreich, Polen, Dänemark und Schweden zu. Und 73 Prozent  von über 2200 befragten Frauen  waren unsicher oder wussten nicht, dass fortgeschrittener Brustkrebs nicht heilbar ist –  im Gegensatz zum heilbaren Brustkrebs im  frühen Stadium! ...mehr

(mko) Brustkrebs (Mammakarzinom) wird heute wegen der unterschiedlichen Prognose, Behandlung und Nachsorge in verschiedene Subtypen/Formen unterteilt. 15-20 Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind durch eine genetische Veranlagung bedingt, zirka die Hälfte hiervon durch eine Mutation in einem der High-risk-Gene BRCA 1, BRCA2 oder RAD51C. Rund zwei Drittel der Tumoren sind Hormonrezeptor-positiv (HR+), circa ein Viertel aller Patientinnen weisen eine Überaktivierung von HER2 (Rezeptor s. Hintergrund) auf. Rund 10 bis 15 Prozent der Frauen sind Triple-negativ, das heißt, von dem Tumor werden weder HER2 noch Hormonrezeptoren wie ER (Östrogenrezeptor) und PR (Progesteronrezeptor) überexprimiert (bei einer Überexprimierung der Rezeptoren wird das Signal zu häufig übertragen und es kommt zu einer beschleunigten Tumorzellteilung).

Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, positivem Hormonrezeptorstatus und nicht lebensbedrohlicher Krankheitssituation erhalten in der Regel zunächst eine endokrine Therapie, d.h. eine Anti-Hormontherapie. Eingesetzt werden Aromatasehemmer und Estrogenrezeptor-Antagonisten. Damit soll eine Chemotherapie so lange wie möglich hinausgezögert werden. Aber: Fast 50 % der Frauen spricht auf diese endokrine Behandlung nicht an. Und: Nahezu alle Patientinnen, die auf eine endokrine Therapie positiv reagieren, entwickeln eine Resistenz gegen die Behandlung. Diese Therapieresistenz wird mit der Überaktivierung des PI3K/AKT/mTOR-Signalwegs in Verbindung gebracht. mTOR ist ein Protein in Tumorzellen, das als wichtiger Regulator für deren Zellteilung, das Wachstum von Blutgefässen und den Zellstoffwechsel fungiert.
Der von Novartis entwickelte mTor-Hemmer Everolimus ist der erste und einzige zugelassene mTor-Inhibitor mit dem Ziel, die Zelle wieder für die endokrine Therapie zu sensibilisieren, so, als ob man einen „ermüdeten Wirkmechanismus wieder aktiviert“. Everolimus wird in Kombination mit dem Aromatasehemmer Exemestan verabreicht. Studien zeigten auch den Nutzen der Everolimus-Therapie unabhängig von den vier häufigsten Mutationen (Veränderungen). ...mehr