(mko) Erkrankungen im Verdauungstrakt, z. B. Adenome (Geschwülste) im Dickdarm können künftig besser von Polypen (Aus-stülpungen) unterschieden werden, histologische Gewebeproben wer-den ersetzt und Helicobacter-Bakterien in der Magenschleimhaut sichtbar gemacht. Neue Endoskopie-Verfahren machen das möglich und führen dazu, dass Tumore schon in Millimetergröße erkannt werden. Denn: Vierzig Prozent der Bundesbürger erkranken im Lauf ihres Lebens an Krebs, durch Früherkennung kann die Sterblichkeitsrate jedoch um zehn Prozent ge-senkt werden. Die Endoskopie er-setzt bei der Tumordiagnostik im-mer häufiger ältere Untersu-chungsmethoden, dank besserer Detailschärfe bildgebender Verfah-ren. Das heißt, Licht und
Farbfilter spielen eine wichtige Rol-le. So werden verborgene Gewebe-strukturen (z. B. bei speziellen Speiseröhrenerkrankungen oder Darmerkrankungen) sichtbar. Bei der Endo-Mikroskopie z.B. tastet ein Laserstrahl die eingefärbte Ge-webeoberfläche ab und ein Mikro-skop an der Spitze des Endoskops bildet die Lichtreflexionen als 1000fach vergrößertes Graustufen-bild ab. Erstmals können so Zell-schichten, Bindegewebe und Blut-gefäße auf zellulärer Ebene endo-skopisch beurteilt werden.
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Magenkeim Helicobacter pylori kann für Eisenmangel sorgen
(mko) Der Magenkeim Helicobacter pylori, der für eine Vielzahl von Beschwerden verantwortlich ist
(hierzulande sind 33 Millionen Menschen mit diesem Keim infiziert, ohne es zu wissen), kann auch für
Eisenmangel (Anämie) sorgen. Patienten, bei denen die Ursache des Eisenmangels unklar bleibt, sollten
daher eine entsprechende Helicobacter-pylori-Diagnostik durchführen lassen. Wird der Keim
nachgewiesen, muss er vollständig entfernt werden (am besten mit der 7-Tage-Tripeltherapie – Kombinationspackung mit zwei Antibiotika und einem Magensäurehemmer) rät Professor Peter Malfertheiner aus Magdeburg. Indem der Magen weniger aggressive Magensäure produziert kann die angegriffene Magenschleimhaut besser regenerieren. Den Wissenschaftlern in Amerika von der Universität in Seattle war aufgefallen, dass Patienten mit Eisenmangel außer eine Infektion mit dem Magenkeim und beglei-tender Gastritis keine anderen Be-funde aufwiesen. Wurde der Keim erfolgreich entfernt, erreichte der Hämoglobin-Spiegel wieder normale Werte.