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Nach fünf Wochen auf der Sonderisolierstation konnte das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) einen mit dem Ebola-Virus infizierten WHO-Mitarbeiter Anfang Oktober geheilt entlassen. Wie die betreuenden Ärzte und Infektiologen des UKE, des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) nun im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlichen, hatte der Patient mit schweren Komplikationen zu kämpfen – auch als die zwischenzeitlich sehr hohe Viruslast selbst bereits wieder abnahm.

Neben einem schwerwiegenden Flüssigkeitsmangel infolge der Ebola-Infektion machte eine bakterielle Blutvergiftung weitere intensivmedizinische Maßnahmen notwendig.
Der WHO-Mitarbeiter arbeitete als Epidemiologe in einem Ebola-Behandlungszentrum in Sierra Leone. Er infizierte sich mit großer Wahrscheinlichkeit bei einem Kollegen, mit dem er eng zusammenarbeitete und der an Ebola verstarb. Zehn Tage später brach die Krankheit bei ihm selbst aus. Weitere zehn Tage später wurde der Patient nach Hamburg auf die Sonderisolierstation des UKEs überführt. Die Herausforderungen bei seiner Behandlung waren von Beginn an groß. „Der Flüssigkeitshaushalt des Patienten war stark gestört, das Verdauungssystem angegriffen. Die Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr war ausschließlich über Infusionen möglich. In den ersten drei Tagen benötigte der Patient bis zu zehn Liter pro Tag, um sich zu stabilisieren“, erklärt Dr. Benno Kreuels, Arzt an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE und Erstautor der NEJM Veröffentlichung. ...mehr