Schlagwort-Archive: Dopamin

(mko) Dopamin ist ein Botenstoff und wird oft als „Glückshormon“ bezeichnet. Dopamin ist nicht nur für unsere Motivation und Motorik wichtig, sondern kann Nervenzellen offenbar auch bei anspruchsvollen kognitiven Aufgaben positiv beeinflussen und helfen, Regeln besser zu verarbeiten.

Wissenschaftler vom Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen konnten nun erstmals zeigen, welchen Einfluss Dopamin auf Gehirnzellen während der Verarbeitung von Regeln hat.
Die Bedeutung des Botenstoffs Dopamin wird besonders offensichtlich, wenn das Gehirn unterversorgt ist, wie etwa bei der Parkinsonschen Krankheit. Der aus dem Gleichgewicht geratene Dopaminhaushalt führt dann zu vielseitigen neurologischen Störungen. Vor allem Bewegungsvorgänge sind in Mitleidenschaft gezogen, aber auch geistige Funktionen sind betroffen. Denn gerade unser höchstes kognitives Steuerzentrum, der sogenannte Präfrontalkortex im Stirnbereich, mit dem wir abstrakt denken, regelbasierte Entscheidungen treffen und logisch schlussfolgern, wird besonders intensiv mit Dopamin versorgt. Trotz der großen medizinischen Bedeutung dieses Botenstoffs  ist die Wirkung von Dopamin auf die Informationsverarbeitung von Nervenzellen im gesunden Gehirn bisher kaum verstanden. ...mehr

(mko) Hände weg vom Nikotin, für Raucher oft ein beliebter Vorsatz zum Jahreswechsel. Angst um die eigene Gesundheit, Sorgen um die Familie und die Kinder, das Gefühl der „Gefangenschaft“ in der Sucht quälen viele Raucher. Doch nur die wenigsten schaffen den Ausstieg aus eigener Kraft, viele suchen ärztlichen Rat. Ein optimaler Tabakausstieg basiert auf drei Säulen:
  • ärztliche Unterstützung/Hilfe bei strukturierter Tabakentwöhnung
  • Hilfe bei Verhaltensänderung (Entspannungstraining, Verhaltenstherapie)
  • medikamentöse Therapie zu Beginn der Entwöhnung

Ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der kein Nikotin enthält ist Vareniclin. Er dockt jedoch an denselben Rezeptor an wie das Nikotin. Inzwischen liegt zu diesem Wirkstoff auch eine Meta-Analyse vor. Die Studie fasst die Ergebnisse aus 15 randomisierten klinischen Studien des Herstellers zusammen, in denen 7.002 Patienten über wenigstens 12 Wochen mit Vareniclin – 4.190 Patienten-  oder Placebo ( Pille ohne Wiirkstoff) – 2.812 Patienten- behandelt wurden. (Siehe: Vareniclin: Kardiovaskuläre Risiken der Raucherentwöhnung bestätigt/Dez.2012  ärzteblatt.de).
Nikotinabhängigkeit ist ein komplexer Prozess. Ein wesentlicher Grund für den hohen Suchtfaktor ist die biologische Wirkung in unserem Nervensystem. Nikotin sorgt z.B. für eine vermehrte Dopaminausschüttung und die sorgt kurzfristig für eine bessere Konzentration und Aufmerksamkeit. Aber schon nach 20 bis 30 Minuten lassen diese positiven Effekte nach und dann muss die nächste Zigarette her. Bleibt die aus, folgen Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, schlechte Laune. Viele Menschen schaffen den Weg aus der Sucht nicht ohne gezielte Hilfe. Vareniclin blockiert den entsprechenden Rezeptor (Rezeptoren können als Empfänger für alle Reize betrachtet werden) und verhindert so das Andocken von Nikotin. Damit stoppt der neue Wirkstoff die Symptome des Rauchverlangens und des Entzugs. Gesamt-Dauer der Therapie: zwölf Wochen. ...mehr

(mko) Bei der Therapie von Parkinson, einer chronischen Nervenerkrankung, hat sich das erst Ende 2006 eingeführte Anti-Parkinson-Pflaster ( Erstzulassung für Frühstadium), das über 24 Stunden durch die Haut gleichmäßig den Wirkstoff Rotigotin abgibt, auch im fortgeschrittenem Stadium bewährt, neu ist der zweite Wirkstoff L-Dopa. Damit ist das Pflaster jetzt für alle Stadien der Erkrankung zugelassen und verbessert die Lebensqualität der Patienten, da Wirkungsschwankungen unterbunden werden. Das bedeutet: die Morgensteifigkeit und eventuelle Schlafstörungen lassen nach, ebenso Schluckbeschwerden oder Magenunverträglichkeit. Der Wirkstoff ahmt die Wirkung von Dopamin nach, da die Nervenzellen den Botenstoff nicht mehr produ-zieren, der für die Koodinierung der Bewegungen zuständig ist. Die Folge: Parkinson-Erkrankte können ihre Motorik nicht mehr zuverlässig kontrollieren. Der Vorteil: das Pflaster gibt kontinuierlich über 24 Stunden die Wirkstoffe (Rotigotin und Levodopa – L-Dopa – ) in das Blut ab und es muss nur einmal am Tag aufgeklebt werden. Die Anwendung ist auch unabhängig von der Nahrungsaufnahme und sie ist einfacher zu koordinieren, als eine mehrmals tägliche Tabletteneinnahme. Die Patienten im fortgeschrittenen Stadium profitieren besonders nachts, denn mit dem Pflaster können sie sich beim Schlafen wieder besser umdrehen und morgens einfacher aufstehen. Das Pflaster für das Parkinson-Frühstadium enthält kein zusätzliches L-Dopa. Beim Aufkleben sollte beachtet werden, dass das Pflaster mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche auf die vorgesehen Körperstelle angedrückt wird, dann kann damit sogar geduscht oder gebadet werden. Bei behaarten Körperstellen wird empfohlen, diese drei Tage vor Anwendung des Pflasters zu rasieren. Informationsplattform mit einem Fragebogen (Checkliste) zur Parkinson Früherkennung unter:
und Informationsplattform
Früherkennung

Interviewmit Professor Dr. Andres Ceballo-Baumann, Chefarzt der Neurologie im Neuroloigischen Krankenhaus in München, Zentrum f. Parkinson und Bewegungsstörungen

Viele Patienten leben einige Jahre mit der Krankheit, ohne dass eine Diagnose gestellt wird. Wie kann man Ihrer Meinung nach die Früherkennung auch für Laien verbessern?

„Leider ist es nicht nur so, dass die Diagnose einfach nicht gestellt wird, sondern dass die Symptome der Patienten oft fehlgedeutet wer-den und eine falsche, mitunter sogar risikoreiche Fehlbehandlung nach sich ziehen. z.B. werden einer Erhebung zufolge 10% der Parkinson-Patienten zunächst wegen einseitiger Schmerzen in der Schulterregion manchmal mit eingreifenden orthopädischen und rheumatologischen Therapiemethoden falsch behandelt, bevor die Diagnose Parkinson gestellt wird.
Häufig wird in der Öffentlichkeit Zittern mit Parkinson gleichgesetzt. Nur 50% der Patienten erleben den Beginn der Krankheit jedoch mit einem Zittern. Zudem ist nur das Zittern bei entspannten Händen „in Ruhe“ typisch für einen Parkinson. Viel wichtiger als das Zittern – der Tremor – ist die Bewegungsverarmung – die Hypokinese und Akine-se – und die Bewegungsverlangsamung – Bradykinese –, die sich z.B. mit einem reduzierten Mit-schwingen des Armes beim Gehen oder einem Verlust an Gestik und Mimik – dem Pokergesicht – äußert. Auch beobachtet man bei den Patienten oft eine Kleinschrittigkeit und eine immer kleinere Handschrift.“ ...mehr

(mko) Bei der Therapie von Parkinson, einer chronischen Nervenerkrankung, gibt es ab sofort eine neue Therapie: das Anti-Parkinson-Pflaster, das über 24 Stunden durch die Haut gleichmäßig den Wirkstoff Rotigotin abgibt. Der Wirkstoff ahmt die Wirkung von Dopamin nach, da die Nervenzellen den Botenstoff nicht mehr produzieren. Der Vorteil für die Patienten: das Pflaster kann im Anfangsstadium Tabletten ersetzen oder deutlich reduzieren. Das Pflaster muss nur einmal am Tag aufgeklebt werden, die Behandlung mit dem Pflaster ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme und die Anwendung ist einfacher zu koordinieren, als eine mehrmals tägliche Tabletteneinnahme.www.parkinson-aktuell.de