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(mko) Nach einer US- Studie sind Dehnübungen – auch als Stretching bekannt – vor oder nach dem Sport meist völlig über-flüssig. Sie erhöhen das Verlet-zungsrisiko und verbessern die sportliche Leistung nicht. Damit dürfte diese viel diskutierte Frage unter Sportlern und Trainern ein-mal mehr beantwortet sein. Viele Dehnübungen tragen dazu bei, dass Bandscheiben unnötig beansprucht werden, es besteht die Gefahr von Zerrungen oder Überbelastung der Kniegelenke. Je öfter die Übungen durchgeführt werden, je mehr steigt das Risiko. Michael Brancko vom American College of Sports Medicine’s Health and Fitness in Orlan-do im Bundesstaat Florida: „Sportler haben keine Vorteile vom Stretching – im Gegenteil – dehnen sie zehn oder fünfzehn Minuten vor dem Training, schwächen sie ihre Muskeln und auch die sportliche Leistungsfähigkeit wird in den meisten Fällen dadurch nicht gesteigert“.

(mko) Steigert Stretching die sportliche Leistungsfähigkeit, indem es die Beweglichkeit bessert, die Muskelsteifigkeit vermindert und die muskuläre Compliance fördert? Und schützen die Dehnübungen tatsächlich vor Sportverletzungen? Diesen Fragen sind jetzt die Wissenschaftler Dr. Malachy P. McHugh und Mitarbeiter vom Nicholas Institute of Sports Medicine and Athletic Trauma in New York nachgegangen. Eine ganze Reihe von Untersuchungen belegt, dass schon eine einzige Folge von Dehnübungen die Muskelkraft aufgrund neuraler Faktoren akut beeinträchtigt. Werden die vorbereitenden Stretches mit anderen Warm-up-Übungen wie Bewegungen von geringer Intensität kombiniert, scheint dieser Effekt jedoch kaum eine Rolle zu spielen. Bei Sportarten, die große Beweglichkeit verschiedener Gelenke verlangen, beispielsweise Gymnastik oder Ballett, müssen die Athleten bzw. Tänzer sich gezielt vorbereiten, um die geforderte Beweglichkeit für ihre Vorstellung zu erreichen. Ob dies nur durch Stretching oder nur durch Warm-up oder aber mit einer Kombination aus beidem zu erreichen ist, kann anhand der vorliegenden Literatur nicht abschließend beantwortet werden, stellen die Review-Autoren klar.

Eventuell weniger Muskelzerrungen

Was die Prävention von Sportverletzungen durch Dehnübungen anbelangt, ist die Datenlage uneinheitlich. Allgemeiner Konsens besteht, dass Stretching im Rahmen eines Warm-ups das Risiko für Überlastungsverletzungen nicht reduzieren kann. Was die Inzidenz von Muskelzerrungen angeht, gibt es jedoch Hinweise, dass diese durch das Stretching vermindert wird. Allerdings besteht eindeutig weiterer Forschungsbedarf, betonen die Review-Autoren. ...mehr

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(mko) Wenn Nacken und Schultern schmerzen wird meist ein HWS-Syndrom attestiert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Einzelerkrankung – sondern um fünf verschiedene. Berufstätige am Computer oder an Scanner-Kassen in den Warenhäusern können ein leidvolles Lied davon singen – hier gehören die Verspannungen fast schon zum beruflichen Alltag.

Aber: Das so genannte HWS-Syndrom (HWS= Halswirbelsäule) muss man nicht geschlossen, sondern einzeln behandeln. Diese Meinung vertritt Dr. Peter Schöps, Leiter der Klinik für Physikalische Therapie in Großhadern/München. Der Mediziner teilt die Erkrankung in fünf verschieden Erkrankungen auf. Meist resultieren die Schmerzen aus einer Überlastung der Halswirbelsäule. Das kann man mit einer aufrechten Haltung ändern und indem man zwischendurch öfter Dehnübungen macht. Auch starke Muskelverhärtungen sind ein typisches Zeichen des HWS-Syndroms. Der Patient kann den Kopf nicht längere Zeit in einer Position halten, ohne zu ermüden. In diesem Fall helfen ...mehr