Schlagwort-Archive: Chemotherapie

(mko) Heute erhalten bis zu 40 Prozent alle Krebspatienten eine falsche Chemotherapie. Die Auswahl der Medikamente passt oft nicht zum spezifischem Krankheitsbild und entspricht somit nicht den Bedürfnissen der Erkrankten. Nuklearmedizinische Diagnoseverfahren machen es jetzt möglich, genau die Therapien zu verabreichen, die dem Patienten und dem Tumortyp am besten entsprechen. Ein schwach radioaktiv markierter Traubenzucker (Fluoro-Deoxyglucose/FDG) wird injiziert und hilft, Tumore auf dem Bildschirm sichtbar zu machen.

(mko) Krebs-Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, müssen damit rechen, dass diese Behandlung mit so genannten Zytostatika auch noch Jahre später das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen. US-Forscher Daniel Silverman von der Universität von Kalifornien macht dafür Veränderungen des Stoffwechsels und Blutfluss des Gehirns verantwortlich. Er konnte das bei ehemaligen Brustkrebs-Patientinnen anhand der Postronen-Emissions-Tomographie (PET) nachweisen.

Ingwer kann die durch eine Chemotherapie hervorgerufene Übelkeit lindern. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die im Juni 2009 auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert wurde. Die Patienten hatten Ingwer zusätzlich zu einer Standardmedikation eingenommen.

Therapiert wurden insgesamt 644 Krebspatienten, die mindestens drei Zytostatika erhalten hatten. Die Patienten wurden entweder mit einem Scheinmedikament (Placebo) oder mit Ingwer in den Dosierungen von 0,5 Gramm, 1 Gramm oder 1,5 Gramm behandelt. Zusätzlich hatten alle Patienten ein Standard-Antiemetikum aus der Gruppe der Setrone erhalten.

Die Zugabe von Ingwer wurden in den drei Tage vor der Chemotherapie und drei Tage danach verabreicht. Endpunkt war die Einschätzung der Übelkeit durch den Patienten selbst. Hier wurde eine Reduktion um 40 Prozent erzielt – die Höhe der Dosierung wurde leider nicht mitgeteilt.
Quelle: University of Rochester Medical Center/ James P. Wilmot Cancer Center/American Society of Clinical Oncology.) ...mehr

Foto: Roche-Pharma

(mko) Heißt die Diagnose Lungenkrebs setzen Ärzte heute zielgerichtete Therapien ein, um so das Überleben ihrer schwerkranken Patienten zu verlängern. Den Fortschritt bringen so genannte Angiogenese-Hemmer, die den Tumor von seiner Nährstoffversorgung trennen und ihn regelrecht „aushungern“, sowie Wirkstoffe, die einen ganz bestimmten Rezeptor – den epidermalen Wachstumsfaktor Rezeptor (EGFR)- blockieren, und so das Tumorwachstum stoppen.
Die Überlebenschancen bei Lungenkrebs sind im Vergleich zu anderen Krebsarten immer noch relativ niedrig. Im fortgeschrittenen Stadium heißt das Ziel der Behandlung nicht mehr primär Heilung, sondern die bestmögliche Kontrolle der Erkrankung, um die Lebensqualität der Patienten möglichst lange zu erhalten. Standard der Therapie bei fortgeschrittenem Lungenkrebs ist bisher die Chemotherapie, d.h. die Behandlung mit Zellgiften. „Die Überlebenszeit wird durch die Anwendung dieser Behandlung verlängert, doch ist eine weitere Verbesserung der Prognose von Lungenkrebspatienten unter
einer Chemotherapie insgesamt nicht zu erwarten. So der Krebsexperte Dr. Wolfgang Schütte aus Halle. „Nur durch den Einsatz von Wirkstoffen mit vollkommen neuen Wirkmechanismen, die gezielt den Tumor angreifen und gesunde Zellen möglichst nicht schädigen, kann die Überlebenszeit bei Lungenkrebs verlängert werden. Und hier setzt die Angiogenese-Hemmung einen neuen Maßstab in der Behandlung.
Einer dieser neuen Wirkmechanismen ist z.B. der VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) – Antikörper, (z.B. Bevacizumab/Avastin®), der in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt wird. Mit dieser Kombination kann eine Überlebenszeit von – im Durchschnitt – mehr als 12 Monaten bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs erzielt werden. Bei dem häufigsten Lungenkrebs, dem Nicht-Kleinzelligen Lungenkrebs beträgt die Rate 85 Prozent und bei dem Adenokarzinom 40 Prozent. ...mehr

(mko) Aushungern und Nährstoffversorgung oder Signalübertragung abschneiden – auf diese kurze Formel kann man den neuesten Therapieansatz bei unterschiedlichen Krebserkrankungen bringen. Die modernsten Wirkstoffe heißen: Trastuzumab (Brustkrebs), Erlotinib (Lungenkarzinom), Sorafenib (Nierenzellkrebs) oder Bevacizumab (Darmkrebs, Lungenkrebs) und sind hochinnovative, auf die Tumorzelle direkt ausgerichtete Wachstumshemmer, man nennt sie auch monoklonale Antikörper, die gezielt die Wirkung von den verschiedenen Wachstumsfaktoren auf den Tumor beeinflussen. Denn diese Wachstumsfaktoren aktivieren die auf Krebszellen häufig im Übermaß befindlichen Wachstumsfaktor-Rezeptoren (Empfangstellen). Über diese Rezeptoren wird der Zelle ein Signal für ungehemmtes Wachstum gegeben. Durch die Behandlung mit den neuen Wirkstoffen, wird die Signalübertragung zum Zellkern (Zellteilung erfolgt im Zellkern) unterbunden. So wird das Zellwachstum gehemmt, die Zelle kann sich nicht mehr teilen und das Tumorwachstum wird gestoppt. Seit kurzem sind die Tyrosinkinase-Hemmer auch hierzulande zugelassen und werden bei Tumoren in fortge-schrittenen Stadien – oft als Kombitherapie – eingesetzt. Sie werden in Tablettenform eingenommen und haben keine der sonst typischen Nebenwirkungen einer Chemothe-rapie wie z.B. Übelkeit, Erbrechen oder Haarausfall. Der Grund ist: dass diese Wachstumsblocker ihr Wirkung gezielt an den Krebszellen entfalten und so – im Unter-schied zur normalen Chemotherapie – die gesunde Zellen nicht angreifen.

(mko) In der Behandlung von Krebspatienten mit Chemotherapie sprechen viele Wirkstoffe nicht an. Jetzt kann in Deutschland erstmal der individuell beste Wirkstoff für eine Chemotherapie vor der Behandlung getestet werden. Dafür muss der behandelnde Arzt eine Gewebeprobe abschicken, das Testergebnis be-kommt er dann innerhalb von sieben bis neun Tagen nach der Operation zugeschickt. So werden individuell unwirksame Chemotherapeutika ausgeschaltet. Für Krebspatienten ist eine erfolgreiche Chemotherapie eine große Verbesserung ihrer Lebensqualität und oft auch Verlängerung der Überlebenszeit. Der Test heißt EDR-Test (Extreme Drug Resistance-Test) und wurde in bisher sechs veröffentlichten klinischen Studien getestet. Eine Studie weist nach, dass die durchschnittliche Überlebenszeit z.B. von Patientinnen mit wiederkehrendem Eierstockkrebs durch eine am EDR-Testergebnis orientierte Chemo-Behandlung um 81 Prozent verlängert werden

(mko) Zur Turmorbehandlung bei Krebs gehört auch die Methode der Überwärmung, Hyperthermie genannt und die gleichzeitige Zerstörung von Tumorzellen durch die Zuführung aufheizbarer Substan-zen. Wissenschaftlern der Fachhochschule Aachen konnten jetzt erstmals medizinische Wirkstoffe in diese aufheizbaren, magnetischen Partikel einzuschließen und diese eingekapselten Medikamente dann direkt über ein äußeres Magnetfeld zu dem Tumor dirigieren. Dort wurden sie dann gezielt durch Erwärmung zur freigesetzt. Der Vorteil: Eingeschlossen und steuerbar belasten sie nicht den gesamten Organismus, sondern sind lokal einsetzbar. Die-se Methode erlaubt auch deutlich höhere Wirkstoffsdosen und soll künftig auch genutzt werden, um enzymbeladene Substanzen als ma-nipulierbare Nano- oder Mikrowerkzeuge einzusetzen, die z.B. Blutgerinnsel auflösen oder Tu-mormarker und Kontrastmittel an bestimmten Zielorten freisetzen.