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(mko) Bisher war man davon ausgegangen, dass z.B. bei einem Acht-Stunden-Flug in 11.000 Meter Höhe das Thromboserisiko auf die beengte und starre Sitzhaltung während des Fluges zurückzuführen ist. Neueste Studienergebnisse widerlegen das jedoch. Demnach entsteht das erhöhte Thromboserisiko durch zu niedrigen Druck und mangelnde Sauerstoffzufuhr in der Kabine. Die Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnseln in einem Gefäß bildet. Wandert dieses in Herz, Lunge oder Gehirn können Infarkt, Embolien oder Schlaganfall auftreten. Ratsam ist es, Daher öfter mal aufstehen und die Beine vertreten. Auch im Sitzen kann man ab und zu die Fußgelenke nach beiden Seiten hin bewegen und die Füsse ausstrecken. Hilfreich sind auch spezielle Thrombosestrümpfe ( Apotheke, Sanitätshäuser) während des Fluges. Gerade auf Fernstrecken viel trinken, aber wenig Alkohol.

Die Kombination der beiden blutgerinnungshemmenden Arzneien Clopidogrel und Acetylsalicylsäure (ASS, „Aspirin“) kann bei Patienten mit einem so genannten Vorhofflimmern Schlaganfälle und Herzinfarkte verhindern. Dies zeigt eine Studie mit mehr als 7500 Patienten an der zahlreiche deutsche Ärzte und Wissenschaftler mitgewirkt haben, darunter Prof. Dr. Stefan ohnloser, Kardiologe vom Klinikum der Johann-Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Das Vorhofflimern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Die Blutgerinnsel, die sich dabei bilden, sind eine der Hauptursachen für Schlaganfälle. Zwar lässt sich dieses Risiko mit bestimmten Medikamenten – den Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Marcumar) – deutlich verringern. In der Praxis erhält aber nur jeder zweite Patient diese Art der Vorbeugung, weil es ärztliche Bedenken gibt oder weil die Vitamin-K-Antagonisten von den Betroffenen abgelehnt werden. Die einzige Alternative ist dann die wesentlich schwächer wirkende Acetylsalizylsäure (ASS). ...mehr

(mko) Bei einem akutem Schlaganfall heißt es schnell handeln – jede Minute zählt. Denn: durch die gefährliche Durchblutungsstörung in Teilbereichen des Gehirns, die durch ein Blutgerinnsel, einen Blutpfropf oder das Platzen eines Blutgefäßes und den damit verbundenen Blutungen im Gehirn verursacht wird und die Blutgefäße verstopft, können schon binnen kurzer Zeit Funktionsstörungen, im Bereich der Empfindungen, Bewegungstörungen und bleibende Behinderungen auftreten. Bisher gilt: die Auflösung des Blutpfropf (med. Thrombolyse) hat drei Stunden nach einem Schlaganfall meist keinen Nutzen mehr. Eine aktuelle Studie, die jetzt in Wien präsentiert wurde, zeigt jedoch, dass die Behandlung der Thrombolyse , die seit mehr als zehn Jahren in über 200 Schlaganfallstationen in Deutschland eingesetzt wird, auch noch Erfolge zeigt, wenn sie zwischen 3 und 4,5 Stunden nach dem Schlaganfall eingesetzt wird. 52% der Patienten der aktuellen Studie, die mit dem intravenös verabreichten Wirkstoff Alteplase – dieser kann bei Patienten mit akuten Durchblutungsstörungen das Blutgerinnsel im Gehirn auflösen – behandelt worden waren, hatten einen guten Behandlungserfolg und trugen keine oder nur geringfügige Behinderungen davon. Dies war in der Gruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) bekommen hatten nur bei 45% der Patienten der Fall. Todesfälle nach 3 Monaten traten in beiden Studien-Armen gleich häufig auf (8%). An dieser Studie nahmen 826 Patienten teil.

„Diese Arbeit ist die wichtigste Studie zur Behandlung des akuten Schlaganfalls in den vergangenen 12 Jahren“, so Professor Hans Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Sie
erweitert das Zeitfenster für eine Thrombolyse und ermöglicht, dass mehr Patienten als bisher von dieser Behandlung profitieren. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland nach Herzinfarkt und Krebserkrankungen sowie die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung.
(Quelle: New England Journal of Medicine, Vol. 359) ...mehr