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(mko) Wissenschaftler der Berliner Charité haben fünf Biomarker identifiziert, die den Verlauf von Wirbelsäulenschäden bei Patienten mit Morbus Bechterew ermöglichen können. Das wurde jetzt auf dem Rheumatologenkongress in Berlin bekannt gegeben. Analysiert wurden Daten von 64 Patienten mit Morbus Bechterew. Zwischen den Patientengruppen mit und ohne progressive Verlaufsform, vor allem in der Gruppe von Patienten mit bereits erhöhtem Serumwert des C-reaktiven Proteins (CRP), entdeckte das Forscherteam wesentliche Unterschiede in Serumwerten von Biomarkern, die beim Knochen- und Knorpelstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. Patienten mit einem progressiven Verlauf hatten zu Beginn der Beobachtung einen erhöhten Serumspiegel der Biomarker MMP3, PIINP, BMP-2 und VEGF sowie einen erniedrigten Serumspiegel für den Biomarker OPG. Die Schlussfolgerung daraus war, dass diese Proteine als prädiktive Marker für eine progressiv verlaufende Wirbelsäulenschädigung bei Hochrisikopatienten mit Morbus Bechterew eingesetzt werden können. „Für unser Behandlungskonzept ist es immens wichtig zu wissen, ob die Erkrankung eines Patienten einen progressiven Verlauf nimmt“, so Dr. Denis Poddubnyy von der Charité. „Darüber hinaus könnten die in dieser Studie identifizierten Biomarker die Grundlage für die Optimierung der Behandlungsstrategien und für die Entwicklung von neuen Medikamenten bilden.“

Hintergrund:
Unter Morbus Bechterew leiden in Deutschland ca. 350.000 Menschen. Die Häufigkeit aller entzünd-
lichen Wirbelsäulenerkrankungen wird auf ca. ein Prozent aller Erwachsenen geschätzt, das sind in Deutschland mehr als eine Million Betroffene. Die chronische rheumatische Krankheit, die meist zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr erstmals auftritt, kann über entzündliche Prozesse zu einer knöchernen Einsteifung der Wirbelsäule führen.1 Das Vorhandensein von Wirbelsäulenschäden gilt als stärkster Prädiktor für eine fortschreitende Schädigung der Wirbelsäule und damit für einen progressiven Verlauf. Neben der Rheumatoiden Arthritis und der Psoriasis-Arthritis stellt Morbus Bechterew eine der drei häufigsten Formen einer entzündlichen Arthritis dar.2 Morbus Bechterew betrifft hauptsächlich die Wirbelsäule, kann aber auch Gelenke, Sehnen und Bänder in
Mitleidenschaft ziehen. ...mehr