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(mko) Der Blick aus meinem Hotelfenster in Beruwela, Sri Lanka, ist atemberaubend, eine Magie der Farben, die zu keiner Stunde dieselbe ist und spätestens bei Sonnenuntergang die Dimension ins Traumhafte erreicht. Für uns wettergestresste Europäer fast suggestiv. Sattes Grün paart sich mit sanften Gelb eines nur wenige Schritte entfernten kilometerlangen Sandstrandes, abgestuftes Blau, das sich über die Lagune des Bentota-Flusses schließlich am Horizont im Indischen Ozeans verliert. Dazu eine Luft, die sich feucht, heiß und schwer auf die Haut legt und sie wie Samt umschmeichelt. Obwohl in diesem Firstclass-Hotel mehr als hundertvierzig Gäste leben, hier gekocht, gereinigt, gewaschen, gerechnet und gekurt wird, passiert alles fließend, mit jener asiatischen, fast kindlich meditative Zeitlosigkeit, die wir in der Hast unserer Zivilisation verloren und vergessen zu haben scheinen. Aber zivilisationsmüde, wie wir oft hier ankommen, lassen wir uns schnell von diesem Rhythmus einfangen, um Körper und Seele wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Denn: Nachdem die Zauberpille für ewiges Glück und Gesundheit noch aussteht, machen so exotische Begriffe aus dem Ayurveda wie Panchakarma, Abhyianga, Shirodara oder Pizzichil auf deutschen Chefetagen die Runde, vorwiegend bei klimagestressten Männern und Frauen mittleren Alters. Unter tropischer Sonne in geradezu para-diesischer Umgebung werden Ayurveda-Kuren derzeit zur Zauberformeln für Gesundheit.

Das „Lanka Princess-Hotel“ hat sich darauf eingestellt ,hier wurden auf sehr vornehme Art die Vorteile beider Welten addiert, nach dem Motto: „ Add life to your years, not just years to your life“ – was soviel heißt wie, fülle Deine Jahre mit Leben und nicht das Leben mit Jahren“. So gibt es zum Beispiel eine großzügig gestaltete, vom Hotelbetrieb getrennte Kurabteilung mit fünzig Therapeuten. Für alle Ayurveda-Gäste gibt es ein eigenes Restaurant, für den Fall, daß der Partner nicht kuren will, nach dem neuen Prinzip: Getrennt kuren – gemeinsam urlauben.
Das erste Gebot einer Ayurvedakur mit den vielen exotischen Namen ist jedoch für manchen eher ernüchternd , denn da heißt es statt Frühstück, warmes Wasser mit Honig und Zitronensaft trinken und kräftig schwitzen. So sollen die inneren Schlacken, Gifte und Ballaststoffe, die sich durch falsche Ernährung, falsches Verhalten und Umweltfaktoren im Laufes des Lebens im Organismus festgesetzt haben und die zu Energiemangel, Kopfschmerzen, Fettsucht, Übergewicht und Schlafstörungen geführt haben, heraus gespült- und geschwitzt werden. Denn wenn die komplexen Prozesse im Körper nicht mehr so reibungslos laufen wie wir uns das wünschen, und unsere Attraktivität und Vitalität nachläßt, dann ist ein innerer Hausputz, im Ayurveda „Panchakarma“ genannt, notwendig. ...mehr