Sport auf Rezept kommt – Expertendiskussion zur Sportmedizin

(mko) Prävention durch gesunde Ernährung und körperliche Bewegung ist seit Langem der große Hoffnungsträger im Kampf gegen chronische Krankheiten. Ganz im Zeichen der Prävention steht daher auch die 3. MEDICA MEDICINE + SPORTS CONFERENCE, die am 17. und 18. November 2015 in Düsseldorf, im Rahmen der mit gut 4.800 Aussteller aus mehr als 60 Nationen weltgrößten Medizinmesse MEDICA 2015 (16. – 19. November stattfindet. Weltweit anerkannte Experten aus Wissenschaft und Industrie kommen bei der zweitägigen Konferenz zusammen, um neue Lösungen und Technologien für die Sportmedizin vorzustellen. Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf dem Monitoring von Trainings- und Vitaldaten und der Entwicklung geeigneter Aktivitätsprogramme – für Spitzen- und Breitensport.
Es ist fast schon ein Gemeinplatz: Vorbeugung ist besser als Heilung. Und längst gesichert ist auch, dass körperliches Training nicht nur für Gesunde zur Prävention von Krankheiten, sondern auch für bereits kranke Menschen hilfreich und wichtig ist. Bewegung sei oft besser als ein Medikament, heißt es immer wieder. Dennoch neigen noch immer zu viele Menschen zu einer eher inaktiven und gesundheitsgefährdenden Lebensweise. Um den Stellenwert von Prävention und Therapie durch körperliches Training und Sport zu stärken, ist daher vor wenigen Jahren das „Rezept auf Bewegung“ entwickelt worden. Damit können Ärzte ihren Patienten körperliche Aktivität „verordnen“ oder – genauer formuliert – empfehlen. Die Stärkung von Bewegung und Sport zur Prävention und Therapie ist auch das Ziel der „European Initiative for Exercise in Medicine“, einer europaweiten Initiative, die unter anderen von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention unterstützt wird.

Sport auf Rezept wird Realität

Besonders kräftigen Rückenwind erhalten diese Bemühungen durch das in diesem Jahr beschlossene Präventionsgesetz. Insgesamt sollen die gesetzlichen Krankenkassen vom kommenden Jahr an 7 statt bislang 3,09 Euro pro Versichertem und Jahr für Gesundheitsförderung ausgeben. Dies bedeutet unter anderem: Ab 2016 können Ärzte „Präventionsempfehlungen“ zu Lasten der Sozialversicherung ausstellen, etwa für Leistungen von Sportvereinen und Fitness-Centern. Das „Sport auf Rezept“ wird Realität – eine enorme Herausforderung für Ärzte in der praktischen Umsetzung.