Schlüsselloch-Chirurgie bei Prostata-Operation

(mk) Eine Schlüsselloch- Chirurgie wenden Ärzte aus Leipzig und Hannover für Prostata-Operationen an. Die sogenannte endoskopisch-extraperitoneale radikale Prostatektomie, so der Name dieser neuen OP-Methode, soll bisherige Therapieformen ergänzen und zwar in Fällen, wo der Tumor auf die Prostata begrenzt ist und sich noch keine Tochtergeschwülste nach-weisen lassen. Der Vorteil dieser schonenderen (minimalinvasiven) Methode ist, so Dr. Jens-Uwe Stolzenburg vom Universitätsklini-kum in Leipzig, dass kein großer Bauchschnitt notwendig ist und sich der Patient entsprechend schneller erholen kann. Außerdem treten kaum Blutungen auf, selten müssen Patienten eine Blutkonser-ve erhalten. Bei der neu entwickel-ten Methode sind die Organe bes-ser zu sehen. Das ermöglicht eine Kamera, die das Operationsfeld mit fünf- bis zehnfacher Vergrößerung am Bildschirm darstellt und ein aufblasbarer Ballon, der dafür sorgt, dass das Bauchfell mit den dahinter liegenden Darmanteilen zurückgedrängt wird. So können die Ärzte noch besser die Nerven schonen, die durch das Operations-gebiet laufen. Eine Impotenz lässt sich daher oft verhindern. Ein

weiterer Vorteil: Der Harnröhren-katheter, der immer nach der Operation eingelegt werden muss, kann bei der neuen Methode im Gegen-satz zur herkömmlichen deutlich eher entfernt werden. Das neue Verfahren eignet sich besonders für Patienten, die an schweren Herzer-krankungen leiden.

Infokasten: An Prostatakrebs ster-ben jährlich 9.000 Männer. Im Rahmen der Krebsvorsorge kann das Prostata-spezifische Antigen (PSA) im Blut bestimmt werden: Ein erhöhter Wert weist auf Krebs hin. Auch mit Ultraschall können Urologen ebenfalls frühe Stadien der Erkrankung erkennen und in vielen Fällen heilen. Herkömmlich wird die Prostata einschließlich der Samenblase vollständig entfernt – bislang über Bauchschnitt oder ei-nen Schnitt am Damm.