Rücken: Schulranzen darf etwas schwerer sein

(mlo) Mit dem Schulbeginn tauchen immer wieder Meldungen über zu schwere
Schulranzen auf. Das ist wissenschaftlich allerdings jetzt widerlegt worden, d. h. ein Ranzen darf ruhig etwas schwerer sein. So das Ergebnis einer Studie der Universität des Saarlandes.

Bei den teilnehmenden Kindern der Studie hatte der Ranzen im Durchschnitt ein Gewicht, das 17,2 Prozent des Körpergewichts betrug. Dann mussten die Kinder ohne Ranzen so aufrecht stehen, dass von der Seite gesehen Knöchel, Schulter und Ohr auf einer Linie lagen. Diese Haltungsanalyse zeigt, ob Muskelkraft und Muskelsteuerung ausreichen, um den Körper aufzurichten und zu halten. Bei einigen Kindern registrierten die Experten leichte, aber keine auffälligen Haltungsschwächen.

Danach wurde die Messung mit dem Ranzen auf Rücken wiederholt. Die Kinder verlagerten ihren Körper leicht nach vorn. „Das ist die natürliche Reaktion darauf, dass sich durch den Ranzen der Körperschwerpunkt etwas nach hinten verschiebt“, so Studienleiter Dr. Oliver Ludwig. Die Verlagerung nach vorn kostete die Kinder jedoch kaum Energie. Eine Messung der Muskelaktivität des Rumpfes belegte, dass nur eine geringfügige Muskelanspannung erfolgte. Das heißt, dass das Gewicht den Körper nicht nennenswert belastete.

Nun mussten die Kinder mit ihren Ranzen auf den Rücken einen Hindernis-Parcours in einer Sporthalle bewältigen. Damit wurde ein anspruchsvoller Schulweg simuliert. Nach dem Parcours wurde die Körperhaltung der Kinder erneut analysiert: Die Körperhaltung war nicht schlechter als vorher.
Eine nennenswerte Aktivität von Bauch- und unterer Rückenmuskulatur wurde überhaupt erst messbar, wenn das Ranzengewicht ein Drittel des Körpergewichts ausmachte. Erst bei dieser Last wurde die Ruhehaltung instabil. Allerdings spannten sich jetzt auch die Muskeln deutlich an, um den Körper zu stabilisieren. Dadurch wurde die Wirbelsäule entlastet.