Rituximab – neuer Wirkstoff bei schwerem Rheuma

(mko) Rheumakranken steht jetzt ein völlig neuer Wirkstoff zur Verfügung, der erstmals bestimmte Untergruppen der entzündungsverursachenden reifen B-Zellen angreift. In Deutschland gibt es 550.000 Rheuma-Kranke, zwei Drittel davon sind Frauen. Im Alltag bedeutet das nicht nur Schmerzen, sondern häufig auch Arbeitsunfähigkeit. Durch die ständig entzündete Gelenkinnenhaut kommt es zu einer fortschreitenden Zerstörung der Gelenke, außerdem schädigt der Entzündungsprozess Knorpel und Knochen. So genannte Biologika (zugelassene Medikamente) hemmen den entzündungsfördernden Botenstoff TNFαlpha. Aber: zu viele Patienten sprechen nur ungenügend darauf an oder vertragen sie nicht. Der neue Wirkstoff heißt Rituximab und ist ein gentechnisch hergestellter Antikörper, der erste und einzige, der auf der Oberfläche der entzündungsverursachenden B-Zellen das Transmembran-Antigen CD20 angreift und zerstört und so die Entzündungsreaktion und Gelenkzerstörung stoppt. Da der neue Wirkstoff nur dieses spezifische CD20-Merkmal der B-Zellen zerstört, bleiben andere wichtige B-Zellen erhalten und damit die Immunabwehr. Rituximab wird in Kombination mit dem Basistherapeutikum Methotrexat (MTX), als zweimalige Infusion, im Abstand von zwei Wochen gespritzt. Studien zeigen, dass eine Re-Therapie nach sechs bis zwölf Monaten den Therapieerfolgt nicht nur aufrecht erhält , sondern noch steigert.