Ranibizumab neuer Wirkstoff – Durchbruch bei feuchter Makuladegeneration

(mko) Das renommierte US-Wissenschaftsmagazin”Science” zählt Ranibizumab, ein in Deutschland Ende Januar 2007 zugelassener neuer Wirkstoff für die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu den Top 10 der wissenschaftlichen Entdeckungen im Jahr 2006. Ranibizumab wurde speziell für die „feuchte“ Form der AMD entwickelt und vermeidet die Bildung krankhafter Gefäße im Auge und verbessert dadurch die Sehstärke erheblich. 40 Prozent der Patienten erleben unter der Therapie mit dem neuen Wirkstoff eine Verbesserung ihrer Sehkraft von 15 Buchstaben und mehr und bei 90 Prozent stabilisert sich die Sehfähigkeit, so die aktuellen Studienergebnisse. Die Ursache der feuchten (es gibt auch eine trockene) AMD sind mangelnder Stoffwechsel, undichte und blutende Gefäße im Auge. Austretende Flüssigkeit gelangt in das Netzhautge-webe, so dass die Makula, die Stelle des bestens Sehens im Auge, anschwillt. Der neue Wirkstoff stoppt das Wachstum der Gefäße, in dem er den dafür bestimmten Wachstumsfaktor VEGF-A blockiert. Professor Frank G. Holz, Universitäts-Augenklinik, Bonn:“ Bei neun von zehn Patienten stabilisiert sich das Sehvermögen und damit auch die Lebensqualität.“ Die Behandlung: drei Monate je eine Injektion mit 0,5 Milligramm Ranibizumab (wird von den Krankenkassen übernommen, Kosten pro Spritze: 1.500 Euro). Für weitere – sechs Injektionen werden empfohlen – muss der behandelnde Augenarzt einen Antrag stellen. Wichtig: Die Injektionen müssen unter sterilen OP-Bedingungen zur Vermeidung von Bakterien stattfinden. Die Nachbehandlung erfolgt mit antibiotischen Augentropfen. In Deutschland gibt es insgesamt 4,5 Millionen AMD-Patienten (davon allein 50.000 Neuerkrankungen pro Jahr bei der „feuchten“ Form). Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko wie Nichtraucher, genetische Faktoren und erhöhter Blutdruck gelten als weitere Risikofaktoren. Auch die Ernährung und UV-Licht sielen eine Rolle.Mehr
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