Parkinson: Tiefe Hirnstimulation verbessert Lebensqualität

(mko) Motorischen Störungen und die Lebensqualität von Parkinson-Patienten können in einem früheren Krankheitsstadium durch die Tiefe Hirnstimulation (THS, Neurostimulation) verbessert werden.Das zeigte sich jetzt anhand einer Studie, die im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Neurologie durchgeführt wurde. Für das operative Verfahren spricht derzeit lediglich eine medikamentöse Therapieresistenz mit schwersten Symptomen nach mehr als zehnjähriger Krankheitsdauer. Laut Studienergebnis mit 251 Parkinson-Patienten im frühen Krankheitsstadium, ist die frühe Neurostimulation der alleinigen Gabe von Medikamenten überlegen. „Diese Daten werden wahrscheinlich die Leitlinien zur Behandlung der Krankheit verändern, sodass die Neurostimulation schon viel früher bei einer Parkinson-Erkrankung genutzt werden kann und deutlich mehr Parkinson-Patienten diese Therapieoption erhalten“, so Professor Günther Deuschl, Direktor der Kieler Universitätsklinik für Neurologie und einer der beiden Senior-Autoren der deutsch-französischen Studie, die vom Bundesministerium für Forschung und Entwicklung (BMBF) mitfinanziert worden war.
Die 251 Studien-Teilnehmer waren im Schnitt 52 Jahre alt und seit 7,5 Jahren an Parkinson erkrankt, bevor sie randomisiert entweder nur Medikamente erhielten oder zusätzlich bilateral in einer stereotaktischen Operation stimulierende Elektroden in deinhenbestimmten Bereich des Gehirns implantiert bekamen. Die Elektroden werden von einem Schrittmacher unter der Haut angeregt. Ein wichtiges Kriterium für die Teilnahme war, dass die Patienten eine gute L-Dopa-Sensitivität zeigten.
Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Weltweit sind rund 4,1 Millionen Menschen an Morbus Parkinson erkrankt – das entspricht knapp zwei Prozent der Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren. In Deutschland sind etwa 250 000 bis 280 000 Personen betroffen. Studien gehen davon aus, dass sich die Zahl der Patienten bis 2030 wegen des zunehmenden Altersdurchschnitts weltweit auf 8,7 Millionen verdoppelt.

mehr