Neue Therapiemöglichkeit bei Nierenzellkrebs

(mko) Wird bei einem Patienten die Diagnose Nierenzellkrebs (Nierenzellkarzinom) gestellt, haben sich bereits bei einem Drittel der Betroffenen Metastasen gebildet.
Patienten mit metastasiertem Nierenzellkrebs, die auf die Therapien mit Sorafenib oder Sunitinib, so genannten Tyrosinkinasehemmern, nicht angesprochen haben, steht ab sofort eine neue Behandlungsmöglichkeit mit dem Wirkstoff RAD001 zur Verfügung. Dem einzigen Wirkstoff, der im Rahmen einer doppelblind getesteten Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom einen deutlichen Therapievorteil zeigt. Die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMEA) hat jetzt das Zulassungsdossier für RAD001 akzeptiert. Um den Patienten bis zur Zulassung des Medikaments den Zugang zu dieser innovativen Therapie zu ermöglichen, wird der Hersteller (Novartis) ab sofort ein Expanded Access Programm durchführen.

Die Zwischenergebnisse der Studie belegten, dass RAD001 die Zeit ohne Tumorwachstum deutlich verlängert und das Risiko einer Krankheitsprogression um 70% reduziert In Krebszellen hemmt die Substanz RAD001 ein ganz bestimmtes Protein, welches als zentraler Regulator der Tumorzellteilung, des Tumorzellstoffwechsels und des Blutgefäßwachstums wirkt.

Neben dem Nierenzellkarzinom wird RAD001 derzeit auch in der Anwendung bei neuroendokrinen Tumoren, Brustkrebs, Lymphomen, anderen Krebsarten und der tuberösen
Sklerose untersucht, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit verfügbaren
Krebstherapien. Auch Wyeth Pharma bietet einen ähnlichen Wirkstoff (Temsirolimus) an.

In Deutschland werden pro Jahr etwa 15.500 Neuerkrankungen registriert. Es gibt verschiedene Subtypen des Nierenzellkarzinoms: Das häufigste mit etwa 75-80% der diagnostizierten Fälle ist das klarzellige Nierenzellkarzinom.