Neue Empfehlungen zum Thema Impfen

Berlin – Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, STIKO,
hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen
Bulletin 30/2007 veröffentlicht.Siehe dazu auch
Die STIKO-Empfehlungen sind Grundlage der öffentlichen Impfempfehlungen
der obersten Landesgesundheitsbehörden.

Aktuell wurden bei mehreren Impfungen Anwendungshinweise geändert oder
Empfehlungen präzisiert. Dies betrifft insbesondere die
Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR),
Hepatitis A,
Hepatitis B,
Meningokokken,
Pneumokokken
FSME.
Bereits im März 2007 empfahl die STIKO die Impfung aller 12 bis 17 Jahre alten Mädchen
gegen Humane Papillomaviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs
verursachen können. Die ausführliche Begründung der STIKO zur
HPV-Impfung ist im Epidemiologischen Bulletin 12/2007 veröffentlicht
worden. Die Impfung ersetzt nicht die Krebs-Früherkennungsmaßnahmen,
da sie nicht gegen alle HPV-Typen schützt, die einen Tumor verursachen
können. Die STIKO weist in ihren Empfehlungen auch darauf hin, dass
die Impfung gegen HPV als Gelegenheit genutzt werden sollte, den
Impfschutz zu vervollständigen und die für Jugendliche empfohlenen
Auffrischungsimpfungen zu geben, etwa gegen Keuchhusten oder
Kinderlähmung.

Bezüglich der Masern-Impfung hat die STIKO den Kreis derjenigen
erweitert, die im Zusammenhang mit einem beruflichen Erkrankungsrisiko
geimpft werden sollten, sofern sie nicht aufgrund einer durchgemachten
Masernerkrankung geschützt sind. Empfohlen wird die Impfung nun für
Beschäftigte aller Fachrichtungen des Gesundheitswesens mit Kontakt zu
Patienten und in allen Gemeinschaftseinrichtungen, zum Beispiel
Schulen und Kinderheime. Die STIKO berücksichtigt damit die
Erfahrungen aus den großen Masernausbrüchen der vergangenen Jahre,
unter anderem 2006 in Nordrhein-Westfalen. Dabei waren häufiger als
früher ältere Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene erkrankt. Die STIKO
betont die Notwendigkeit von Impfungen nach Kontakt zu Masernkranken
und erweitert die Impfempfehlung auf alle Kontaktpersonen, die nicht
oder nur einmal geimpft sind oder deren Immunstatus unklar ist.

Im Jahr 1995 hat die STIKO die generelle Impfung gegen Hepatitis B für
alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Die
wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Dauer des Infektionsschutzes und
zum Schutz vor Erkrankung begründen derzeit keine generelle
Wiederimpfung aller Säuglinge, Kinder und Jugendlichen.
Wiederimpfungen sind unverändert für bestimmte Risikopersonen
empfohlen.

Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung werden aufgrund des
am 1. April 2007 in Kraft getretenen GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes
künftig Anspruch auf Leistungen für Schutzimpfungen haben (zuvor war
die Kostenübernahme durch die Kassen freiwillig). Voraussetzung ist,
dass die Impfungen in der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen
Bundesausschusses (G-BA) aufgeführt sind.

Kontakt:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
http://www.rki.deInfos unter