Neue Behandlungsmethode bei Wirbelkörpermetastasen

(mko) In der Universität Mainz wurde jetzt erstmals ein weltweit neues System zur Therapie von Wirbelkörpermetastasen genutzt. Es handelt sich um eine Kombination der so genannten Radiofrequenz-Ablation – durch die Tumore mittels Hitze zerstört werden – und einer anschließenden Kyphoplastie, durch die die Wirbelsäule durch Auffüllen mit Knochenzement stabilisiert wird.
Eine Studie soll jetzt die Sicherheit und Wirksamkeit dieser neuen Methode prüfen, so Professor Andreas Kurth, Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik. „Wir sind davon überzeugt, dass diese neue Behandlungsmethode, die gleichzeitig die Tumore behandelt und mit knochenschonender Kyphoplastie die Wirbelsäule wieder stabilisiert, essentiell zur Erhöhung der Lebensqualität der Patienten beiträgt.“
Das Ablationssystem des Herstellers Dfine, welches zusammen mit der Orthopädischen Klinik in Mainz entwickelt wurde, hat bereits die amerikanische Zulassung (FDA) als Medizinprodukt zur gezielten Therapie spinaler Tumoren durch Hitzeablation erhalten. Nach der gezielten Zerstörung des Tumors wird der Defekt mit ultra-hochviskösem Zement mit einem Kyphoplastie-System aufgefüllt. Die Gesamtoperation dauert etwa eine Stunde. Die gewonnenen Ergebnisse dienen der europäischen Zulassung. Allein in den USA entwickeln 13% (190.000 Fälle) der 1,5 Millionen Krebspatienten Wirbelsäulenmetastasen. In Deutschland sind schätzungsweise ca. 26 000 Patientinnen mit einem Brustkrebs aufgrund von Knochenmetastasen, die meisten davon an der Wirbelsäule, behandlungsbedürftig.