Neue Behandlung bei Schluckstörungen und Speiseröhren-Erkrankung

(mko) POEM heißt ein neues Verfahren bei Schluckstörungen und Problemen mit der Speiseröhre. Schluckstörungen sind immer ein Alarmsymptom, das nicht verschleppt werden sollte. Hier muss ein Tumor in der Speiseröhre schon möglichst frühzeitig ausgeschlossen werden. Gutartig treten Störungen beim Schlucken nur bei Engstellen aufgrund von Magensäure-Rückfluss sowie Funktionsstörungen der Speiseröhrenmuskulatur auf.
Kommt es zu Krämpfe im Brustbereich, ohne Schluckbeschwerden dabei zu haben, kann das auf eine Funktionsstörung der glatten Muskulatur und des unteren Schließmuskels der Speiseröhre hinweisen, dann spricht man von einer so genannten Achalasie. Im Vordergrund steht hier die Erschlaffung des Schließmuskels der Speiseröhre am Übergang der Speiseröhre zum Magen, der zumindest zeitweise oder auch länger die Speisen nicht nur oder auch ungenügend durchlässt. Häufig treten dann im Bereich des Brustbeines Schmerzen auf, und die Nahrung kann nicht richtig herunter geschluckt werden, die Nahrung staut sich in der Speiseröhre, die sich im Verlauf werteitert. Eine weitere Folgekomplikation ist die Atmung, Essensreste werden häufig in die Atemwege verschluckt, es treten auch Gewichtsstörungen auf. Viele Patienten laufen von einer Praxis zur nächsten, nicht selten dauert es bis zu fünf Jahren, ehe die Achalasie erkannt wird.

Neu und wegweisend ist eine neue Therapieform: die perorale endoskopische Myotomie (POEM). Die Behandlung vereint zwei Prinzipien, den endoskopischen Zugang durch den Mund und die Durchtrennung der Muskelschicht. Letzteres war bisher nicht von innen möglich, da sonst auf längerer Strecke ein Loch entstanden wäre, das endoskopisch nicht ohne Weiteres zu verschließen ist. Bei POEM wird in der Wand ein kleiner Tunnel zwischen Schleimhaut und Muskelschicht geschaffen, der nur ein zwei bis drei Zentimeter großen Eingang hat und am Ende mit Clips verschlossen wird. Tiefer in dem Tunnel wir d die Muskulatur mit feinen Messern durchtrennt und die normale Schleimhaut legt sich dann schützend über diesen Schnitt. So werden
Schluckstörungen und Schmerzen wurden so bei bisher 30 Patienten beseitigt, sagt Professor Thomas Rösch, Klinikdirektor für Interdisziplinäre Endoskopie am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf.