Multiple Sklerose: Erste Anzeichen bei Kindern und Jugendlichen sind oft Sehstörungen

(mko) Als Vorzeichen einer beginnden Multiple Sklerose (MS), einer chronisch-entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark, zeigen sich bei Kindern und Jugendlichen häufig Sehstörungen. Das ergab eine Studie der Universitäts-Augenklinik Göttingen. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 44 Kindern mit MS, die zwischen 1997 und 2011 in der Klinik untersucht wurden. Darin zeigte sich, dass bei den jungen Patienten häufig eine Entzündung des Sehnervs auftrat. „Diese Neuritis nervi optici macht sich durch plötzliche Sehstörungen bemerkbar, die von Schmerzen begleitet sein können“, bestätigt auch Augen-Experte Professor Joachim Esser, von der Augen-Universitätsklinik Essen. Die Sehnervenentzündung markiere auch bei Erwachsenen oft den Beginn einer MS. Bei vielen Kindern in der Göttinger Studie äußerten sich erste Anzeichen einer Erkrankung auch in unkontrollierbaren, rhythmischen Augenbewegungen.
Mitunter führt Multiple Sklerose schon früh zu einer Schwäche in den Augenmuskeln. „Denn die Krankheit befällt oft einen bestimmten Hirnnerv,“, so Professor Esser. Der Nerv kontrolliert die Augenbewegung nach außen. Versagt er, sehen Betroffene beim Blick zur Seite Doppelbilder. Bei den jungen Patienten der Studie traten außerdem Entzündungen der Regenbogenhaut im Auge auf. Diese schmerzhafte Entzündung (Uveitis) führt zu geröteten, tränenden Augen. Die Betroffenen sind lichtempfindlich und haben ständig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Eine frühzeitige Therapie kann den Verlauf der Erkrankung bessern und mögliche spätere Lähmungen hinauszögern oder ganz vermeiden