MEDICA-Messeneuheit: „DiaPat®“ – Diagnostik aus Urin –

(mko) Ein Quantensprung in Richtung Früherkennung ist die neue „Protein-Muster-Erkennung“ des Biochemikers Professor Harald Mischak – ein einfacher Urintest – DiaPat – (diagnostic pattern) von der „mosaique diagnostics and therapeutics AG“ in Hannover, der jetzt erstmals auf der MEDICA 2009 in Düsseldorf vorgestellt wurde. Der Labor-Test zeigt und weist verdächtige Gene und Eiweißspuren in Körperflüssigkeiten nach. Dadurch ist die Medizin erstmals in der Lage, Krankheiten nicht nur mit einer bisher nicht für möglich gehaltenen Genauigkeit zu diagnostizieren. Erstmals könnten Krebs-, Nieren- oder Gefäßerkrankungen, die zu den häufigsten Todesursachen in Industrieländern gehören, im Entstehungsprozess erkannt werden. Zum Teil bereits vor der Organschädigung. In einem einzigen Analyseverfahren aus einer Urinprobe werden rund 6.000 Proteine erfasst. Proteine sind wichtige Informationsträger des Körpers, sie sind bedeutend für den Aufbau und die Funktion von Zellen und Organen. Krankhafte Veränderungen werden durch spezifische Proteinmuster abgebildet.

Diese Eiweiße gelangen aus Stoffwechselvorgängen im Körper über die Nieren in den Harn und hinterlassen dort in ihrer Zusammensetzung spezifische Muster. Aus diesem „Eiweiß-Cocktail“ herauszufiltern, was krankheitsverdächtig ist und was nicht, bleibt dann dem Computer überlassen und Statistiken. Die Ergebnisse dieser Untersuchung können vielfältig genutzt und nach diversen Krankheitsbildern analysiert werden. Der „DiaPat-Labortest hat in 28 Studien mit über 14.000 qualifizierten Patientenproben und Veröffentlichungen in der wissenschaftlichen Fachpresse wie Nature Medicine,Blood, Lancet, Oncology, Kidney International, zu unterschiedlichen Erkrankungen die Zuverlässigkeit seiner Diagnose bewiesen (je nach Indikation Sensitivität und Spezifität um 90 %). Der Test würde auch die Medikamentenentwicklung und -behandlung sicherer machen.

Hintergrund zur Kostenerspanis:

Ein einziger Dialysepatient kostet die Gesellschaft pro Jahr zwischen 65 000 und 80.000 Euro! Rund 40 Prozent der Diabetiker erleiden etwa 15 Jahre nach Eintritt in den Diabetes den Nierenfunktionsverlust. Und die Zahl der Diabetiker steigt rapide (in Deutschland derzeit 8 Mio.). Das „Einstiegsalter“ – früher 70, heute 40 Jahre – wird immer jünger. Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung sind die Protagonisten dieserfolgenreichen, langwierigen und kostenintensiven Krankheit. Die Menschen werden immer älter (epidemiologische Steigerung) und die damit einhergehenden Folgekosten bilden die größte medizinische und finanzielle Herausforderung für die entwickelten Gesellschaften. Prof. Harald Mischak liegt die Früherkennung drohender Nieren- und Herzschädigungen von Diabetikern besonders am Herzen. Der Biochemiker hat eine nobelpreisverdächtige Methode entwickelt,Nierenfunktionsstörungen bei Diabetikern schon etwa vier bis sieben Jahre vor der Nierenschädigung zu entdecken.