Lernen: Gehirn wächst auch noch im Alter

(mko) Auch das Gehirn älterer Menschen wächst noch und kann auf eine neue Aufgabe wie z.B. Jonglieren reagieren. Das belegt eine aktuelle Studie der Hamburg- Universitätsklinik (UKE).
Unter der Anleitung von Wissenschaftlern lernte eine bestimmten Gruppe von Frauen und Männern, zwischen 50 und 67 Jahren, jonglieren. Ihre Hirne wurden vor und nach dem dreimonatigen Training sowie nach einer dreimonatigen Trainingspause mit Hilfe einer Kernspintomografie untersucht. Verglichen wurden diese Daten mit denen von untrainierten Personen zwischen 55 und 67 Jahren, die an denselben Tagen gescannt wurden.

Nach der Trainingsphase ließ sich bei den Jongleuren eine einseitige Vergrößerung der grauen Substanz im „visuellen Assoziationscortex“ erkennen. Diese Gehirnregion ist darauf spezialisiert, Bewegung im Raum wahrzunehmen. Nach der dreimonatigen Trainingspause hatte sich die Erweiterung teilweise wieder zurückgebildet. Die Kontrollgruppe zeigte keinerlei Veränderungen in diesem Bereich.

Ausschließlich bei den Jongleuren fanden die Forscher zudem eine Vergrößerung im Hippocampus, der Hirnregion, die für das Lernen wichtig ist, sowie Vergrößerungen im „Nucleus accumbens“, der zum hirneigenen Belohnungssystem gehört. Gerade für den Hippocampus ist bekannt, dass sich dort neue Hirnzellen bilden können.

Das Ergebnis zeige, so die Forscher, dass die Veränderungen nicht nur auf das jugendliche Gehirn beschränkt sind, sondern dass sich die anatomische Struktur des erwachsenen Gehirns selbst im Alter noch deutlich verändern kann.