Läuse lieben Kinder im Grundschulalter

(mko) 600 bis 1000 von 10.000 Kindern werden jedes  Jahr von Läusen befallen. Wie häufig Kopfläuse auftreten unterliegt saisonalen Schwankungen, wobei es insbesondere nach den Sommerferien zu vermehrtem Befall bei Kindern kommt. Er tritt meistens im Kindergarten- und Grundschulalter auf, wobei Mädchen generell häufiger davon betroffen sind als Jungen.

Wie kann man einen Kopflausbefall erkennen?
Um festzustellen, ob jemand Läuse  hat, sollte die Kopfhaut gründlich untersucht werden. Am besten sucht man sich eine gute Lichtquelle und nimmt eine Lupe zur Hand und sucht dann die Kopfhaut nach Larven ab, indem das Haar nacheinander an mehreren Stellen gescheitelt wird. Der Haaransatz sollte außerdem nach dunkel-bräunlichen Lauseiern und nach hellen Nissen durchsucht werden, die sich jeweils nur schwer vom Haaransatz entfernen lassen. Für die Suche nach erwachsenen Läusen sollten die Haare befeuchtet und mit einem Nissenkamm durchkämmt werden.

Wie kann man Läuse behandeln?
Zur Behandlung von Kopfläusen stehen in den Apotheken Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen zur Verfügung, z. B.:

  • Pyrethrumextrakt → greift das Nervensystem der Läuse an und tötet sie ab (für Menschen nicht schädlich)
  • Pyrethroide, z. B. Permethrin, synthetisch hergestellt, Wirkweise ähnlich wie Pyrethrumextrakt → greift Nervensystem der Läuse an und tötet sie ab
  • Dimeticon-Präparate → Silikonöle, dringen in die Atemöffnungen der Läuse ein und ersticken diese. Da die Eigenschaften der verschiedenen Silikonöle sehr unterschiedlich sind, gibt es auch Unterschiede in der Anwendung.

Die Anwendung des Läusemittels ist abhängig von der verwendeten Substanz und muss daher für jeden Wirkstoff separat in der Packungsbeilage nachgelesen werden. Wichtig für eine zuverlässige Wirkung der Behandlung ist das genaue Befolgen dieser Anweisung. Manchmal  muss die Behandlung einige Tage später wiederholt werden.

Nach der Behandlung mit dem Läusemittel sollten die Haare gewaschen und Strähne für Strähne mit einem Nissenkamm ausgekämmt werden.

Wie werden Kopfläuse übertragen?
Kopfläuse werden über einen Kopf-an-Kopf- bzw. Haar-an-Haar-Kontakt übertragen. Dies ist allerdings nur bei erwachsenen Läusen möglich, Larven können nicht eigenständig den Wirt wechseln. Daher besteht ca. in den ersten 10 Tagen keine Infektionsgefahr.

Eine Übertragung über Mützen, Schals etc. ist sehr unwahrscheinlich: Läuse ernähren sich vom Blut des Wirtes (Mensch) und bleiben in der Nähe der Nahrungsquelle (Kopfhaut), da sie ohne Nahrung nur wenige Tage überleben können.

Was passiert, wenn jemand Läuse hat?
Ein mit erwachsenen Läusen befallenes Kind darf eine Gemeinschaftseinrichtung nicht besuchen, weiterhin muss die Leitung der Einrichtung über den Kopflausbefall informiert werden.

Nach einmaliger Behandlung mit einem Läusemittel und dem Auskämmen mit einem speziellen Nissenkamm darf das Kind am nächsten Tag bereits Kindergarten oder Schule wieder besuchen. Da nur erwachsene Läuse übertragen werden können, darf ein Kind mit Nissen weiterhin in eine Gemeinschaftseinrichtung gehen.

Infos: Robert-Koch-Institut RKI
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Kopflausbefall.html