Kontaktlinsen: Höheres Infektionsrisiko durch schlechte Pflege

(mko) Falsch angepasste und schlecht gepflegte Kontaktlinsen können die Hornhaut schädigen.
Das passiert z.B. durch das Reinigen mit einfachem Leitungswasser und auch beim Schlafen mit den Linsen. Auch Patienten, die ihre Kontaktlinsen im Internet kaufen, haben laut einer aktuellen Studie, ein höheres Infektionsrisiko. Denn: hier fehlt für die Träger der konkrete Ansprechpartner, der kompetent berät und informiert.

Die Hornhaut ist ein klares Gewebe ohne Gefäße. Über den Tränenfilm wird sie mit Sauerstoff versorgt. Kontaktlinsen können dies behindern. „Der Körper hilft sich dann selbst: Kleine Äderchen sprießen in die
Hornhaut ein und führen mit dem Blut Sauerstoff heran“, so Professor Dr. med. Berthold Seitz, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar. Betroffene
spüren zunächst nichts. Erst im fortgeschrittenen Stadium machen sich
Seheinschränkungen bemerkbar.

Die Zahl der Hornhaut-Infektionen hat in den letzten 20 Jahren nicht abgenommen. Auslöser dieser schweren Komplikation sind Bakterien, Pilze oder Amöben. Im schlimmsten Fall kann das Auge erblinden. „Bei formstabilen Linsen ist das Risiko einer Infektion am geringsten. In den relativ großen Poren der weichen Linsen können sich Krankheitserreger leichter festsetzen. Das gilt besonders, wenn diese auch nachts getragen werden. Dies steigert das Infektionsrisiko nochmals um das Fünffache. Mangelnde Hygiene ist ein weiterer Risikofaktor.