Kinderwunsch kann sich auch bei Rheuma erfüllen

(mko) Rheuma Patientinnen brauchen nicht auf Kinder zu verzichten. Erkenntnisse über Rheuma- Medikamente in der Schwangerschaft sind jetzt als aktuelle Therapieempfehlung von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. zusammengefasst worden. Die Liste – einen Art Leitlinie für den behandelnden Arzt – enthält alle gängigen Rheuma-Medikamente sowie deren Anwendbarkeit vor und während einer Schwangerschaft.

Das wichtigste Kriterium für eine möglichst problemfreie Schwangerschaft und Geburt ist eine langfristige Vorbereitung. Denn einige Wirkstoffe können den Eisprung verhindern. Andere Substanzen müssen einige Monate vor der geplanten Zeugung und Empfängnis abgesetzt werden, um Langzeitwirkungen auf das Kind auszuschließen. Die Schwangerschaft sollte möglichst in eine ruhige Krankheitsphase fallen, daher
sollte der behhandelnde Arzte schon vor der Kindplanung über den Kinderwunsch informiert werden, damit die Behandlungsstrategie darauf ausgerichtet werden kann.
Doch trotz der verbesserten Behandlungsoptionen ist eine Schwangerschaft bei Rheuma-Patienten stets eine Risikoschwangerschaft. Es erfordert eine engmaschige Kontrolle des Therapieverlaufs und eine gute Zusammenarbeit von Rheumatologen und Geburtshelfern.

Der Begriff Rheuma stammt aus dem griechischen und bedeutet „fließender Schmerz“. Zum sogenannten Rheumatischen Formenkreis zählen mehr als 400 verschiedene Krankheitsbilder. Dabei werden vier Hauptgruppen unterschieden:

* entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie zum Beispiel die Rheumatoide Arthritis
* degenerative Gelenkerkrankungen (zum Beispiel Arthrose)
* Weichteilrheumatismus (Fibromyalgie)
* Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (beispielsweise Gicht).

Die Ursachen der rheumatischen Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Eine Rolle scheinen jedoch genetische Veranlagungen, Störungen des Immunsystems, Infektionen und Allergien zu spielen. Grundsätzlich handelt es sich um eine Fehlsteuerung des körpereigenen Abwehrsystems. Dabei wird vor allem ein Botenstoff des Immunsystems, TNF-alpha, in großen Mengen produziert. Er setzt sich an den Zellen der Gelenkinnenhaut fest und signalisiert der körpereigenen Abwehr so eine Entzündung, Fresszellen werden angelockt und zerstören die Gelenke. Experten sprechen dann von einer sogenannten Auto-Immunerkrankung. Die Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) ist eine der häufigsten Rheuma-Formen. Durch die Entzündungen werden die Gelenke dick und knotig, manche werden unbeweglich oder versteifen sogar ganz.