Keine Lust auf Liebe

Foto: bayervital

Sommerzeit – Badezeit: Ein Rundumblick am Strand zeigt oft ein Meer von dicken Männerbäuchen. Deutsche Männer bringen im europäischen Vergleich das meiste Gewicht auf die Waage. Zu viel Stress, zu wenig Bewegung und im Vergleich zu Frauen nur gering ausgeprägtes Interesse für die eigene Gesundheit, das sind Gründe dafür, dass Männer in ihren „besten Jahren“ Kilo um Kilo als Bauchring ansammeln.
Aber. gerade in dieser Körper-Region ist das Übergewicht ein Herz-Risikofaktor und oft mit Begleiterkrankungen verbunden und dazu gehören u.a. auch Erektionsstörungen, Testosteron-Mangel (Hypogonadismus), Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Typ-2-Diabetes – Risikofaktoren, die die Lust auf Liebe abschneiden.

Wenn die Liebes-Lust nachläßt, heißt das in Fachkreisen erektile Dysfunktion, kurz ED – diese ist jedoch behandelbar. Männer mit „Bauchring“ leiden häufig an einer ED und haben häufig Störungen im Lipidstoffwechsel. Libidoverlust, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme oder nachlassender Leistung – all das können Anzeichen für einen Hormonmangel bzw. Testosteronmangel sein.
In Deutschland leiden ca. zwei Millionen Männer im Alter zwischen 40 und 70 Jahren an zu niedrigen Testosteronwerten. Beträgt der Bauchumfang mehr als 102 Zentimeter ist das Risiko besonders hoch.

Welchen Effekt eine Testosteronbehandlung bei den betroffenen Männern haben kann, untersuchte die europäische Testogel®-Studie an 382 Männern. Alle Studienteilnehmer wiesen typische Symptome eines Altershypogonadismus auf: Ihr Gesamttestosteronwert lag unter 15 nmol/l, das bioverfügbare Testosteron unter 6,68 nmol/l.
Die Teilnehmer zeigten schon nach kurzer Studiendauer positive Veränderungen bei Körperzusammensetzung und Lebensqualität, unabhängig vom Alter oder den Testosteronausgangswerten. Die fettfreie Körpermasse stieg bereits nach einem halben Jahr bei denen die Testosteron bekamen, an, im Schnitt um 1,4 kg (p<0,0001 vs. Plazebo), parallel nahm die Fettmasse signifikant ab (-1,2 kg). Auch Lipidwerte, namentlich die Gesamt-Cholesterinkonzentrationen, sowie die LDL-Cholesterinwerte sanken durch die Testosterontherapie. Deutliche Verbesserungen zeigten sich auch bei der Lebensqualität. „Die Testogel®-Studie hat uns gezeigt, dass Männern mit den Symptomen eines Altershypogonadismus auch bei Ausgangswerten im unteren Normbereich effektiv geholfen werden kann“, so Professor Dr. Armin Heufelder, München. „Darum sollte der Leidensdruck der Männer – nicht eine bestimmte Grenze des Hormonspiegels – das entscheidende Kriterium für die Therapieentscheidung sein.“ Männergesundheit-Colleg
Männerärzte

Ursache für die Lustlosigkeit und erektile Dysfunktion sind oft Grunderkrankungen
wie z.B. Diabetes, Herzerkrankungen, Dyslipidämie oder Fettsucht/Adipositas.
Aber auch:

• Bluthochdruck – ist definiert als systolische Werte über 130mm Hg oder diastolische Werte über 85mm Hg.
Etwa zwei Drittel der Männer mit Hypertonie haben zu einem gewissen Grad ED.3

• Dyslipidämie – beschreibt abnorme Blutfettwerte, gewöhnlich ein erhöhtes LDL-Cholesterin – auch schlechtes Cholesterin genannt – und ein vermindertes HDL-Cholesterin. Niedrige HDL-Cholesterinspiegel und hohe LDL-Cholesterinspiegel führen zu einem erhöhten Risiko für ED.4
Zudem gibt es Hinweise, dass erhöhte Triglycerid-Werte mit ED in Verbindung stehen.5

• Diabetes – ist durch hohe Blutglucose-Spiegel gekennzeichnet, die durch den Mangel an Insulin entstehen; der Körper kann Glucose nicht optimal als Energiequelle nutzen. Hohe Blutglucose-Spiegel aufgrund von Diabetes können zu schwerwiegenden Komplikationen wie ED führen.6

ED kann mehr als die Hälfte aller Männer mit Diabetes betreffen, wobei das Problem im Alter zunimmt.

• Fettsucht/Adipositas – wird über den body mass index (BMI) bemessen, der sich mit der Formel „Gewicht in Kilogramm geteilt durch Größe in Metern zum Quadrat“ errechnen lässt (kg/m2). Ein BMI über 25 wird als Übergewicht bezeichnet, über 30 als Adipositas. Diese Bezugspunkte lassen sich zur Abschätzung nutzen; das Risiko zu erkranken nimmt jedoch bei allen Bevölkerungsgruppen schon bei niedrigeren BMI-Werten kontinuierlich zu.
Bauchbetonte Adipositas, die durch Messung des Taillenumfangs festgestellt wird, ist ein weiteres Maß der Adipositas und zunehmender Gesundheitsrisiken; ein Umfang über 94 cm bei Männern gilt als Risikofaktor und geht mit ED einher.

Testosteron-Mangel-Syndrom
ED-Patienten weisen oft die gleichen Risikofaktoren auf wie Patienten mit Testosteron-Mangel-Syndrom, zum Beispiel bauchbetonte Adipositas, Hypertonie, Dyslipidämie und Diabetes. Es gibt Hinweise, dass niedrige Testosteronspiegel mit diesen Symptomen in Verbindung stehen.
Die Behandlung niedriger Testosteronspiegel kann häufig die Symptome dieser Erkrankungen wie Verlust an Muskelmasse, Energieverlust, Müdigkeit und Depression lindern und auch eine langfristige Lösung bei ED darstellen.

ED wird bei Männern über 40 als Indikator für zugrunde liegende Erkrankungen betrachtet. Das Auftreten von ursächlichen Erkrankungen ist bei Männern mit ED erhöht – 64% der Männer mit ED berichten zusätzlich über mindestens eine der folgenden Erkrankungen: Hypertonie, chronische Herzerkrankungen/Angina pectoris, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes oder Depression.