Johanniskraut bei Depressionen : Qualität hat Einfluss auf die Wirkung

Häufig greifen Menschen bei leichten Depressionen und Verstimmungen zu Johanniskrautpräparaten.
Nun hat jedoch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IOWiG) in einer Patieninformation deutlich gemacht, dass die Wirkung des pflanzlichen Wirkstoffes u. a. auch von der Qualität abhängt und von dem Stadium der Depression. Kurz: entscheidend sei, ob ein Präparat als hochwertig eingestuft wird und ob der Patient unter einer leichten, mitteleren oder schweren Depression leidet.

Auf dem Markt gibt es verschiedene Johanniskraut-Präparate, in unterschiedlicher Qualität, das hängt u. a. auch mit dem Herstellungsprozeß zusammen. Daher zeigen Studien bisher unterschiedliche Wirkungen in der Behandlung von Depressionen.
Wichtig scheint daher, dass Patitenten mit Depressionen oder depressiven Verstimmungen auch
ärztlichen Rat einholen welches Präparat für sie jeweils hilfreich ist.

Die Frage lautete: Kann Johanniskraut Depressionen bei Erwachsenen tatsächlich wirksam lindern, und wie schneidet das Produkt im Vergleich zu Medikamenten ab? Ist Johanniskraut ein „Alleskönner“, der bei leichter, mittelschwerer und schwerer Depression hilft? Ist es ein Gerücht, dass Johanniskraut die Wirkung der Anti-Baby-Pille beeinflusst, oder ein ernstzunehmender Hinweis?

Fazit des Institutes: Johanniskraut kann leichte Depressionen mildern, hilft jedoch nicht bei einer ernsthaften depressiven Erkrankung. Es wirkt auch nicht gegen Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS). Vermutlich können aber Kalzium und Vitamin B6 (Pyridoxin) betroffenen Frauen Erleichterung verschaffen. Ob Nachtkerzenöl PMS-Beschwerden lindern kann, ist dagegen nicht belegt. Auch pflanzliche Stoffe oder Nahrungsergänzungsmittel können Risiken haben

Laut IQWiG haben widersprüchliche Forschungsergebnisse, zum Beispiel bei Johanniskrautprodukten, in den letzten Jahren zu Verwirrung und Diskussionen geführt. Ein Grund sei, dass die Wirkung des Mittels von Präparat zu Präparat unterschiedlich ist und auch von der Schwere der Depression abhängt, so das Institut. Die wissenschaftliche Debatte um Johanniskraut unterstreicht, wie wichtig es ist, möglichst alle relevanten Studienergebnisse zu betrachten, um medizinische Behandlungen besser beurteilen zu können.

Das Institut hat daher einen neuen Leitfaden für Verbraucher veröffentlicht, die komplementärmedizinische Behandlungsmethoden und Nahrungsergänzungsmittel ausprobieren möchten. Das allgemeinverständliche Merkblatt enthält eine Liste wichtiger Kriterien, die bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Behandlung helfen können.

Die IQWiG-Website Gesundheitsinformation.de gesundheitsinformation.de
informiert die Bevölkerung allgemeinverständlich und aktuell über medizinische Entwicklungen und Forschungsergebnisse zu wichtigen gesundheitlichen Fragen. Die heute veröffentlichten Informationen berichten über Depression, prämenstruelles Syndrom und Übelkeit nach Operationen.
Forschung Naturmedizin KFN