Jeder dritte Typ 1-Diabetiker hat auch Schilddrüsenprobleme

(mko) Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 treten zu dieser Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem die Insulin produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, auch häufig weiteren Autoimmunerkrankungen auf z.B. Schilddrüsenprobleme. So das Ergebnis einer Studie der Universität Jena. Betroffen ist aber oft auch – neben den Hormon-produzierenden Organen – das Verdauungssystem. Von den 139 Studienteilnehmern, die durchschnittlich 44 Jahre alt waren, litten über zwanzig Prozent an zwei, neun Prozent sogar an drei oder mehr Krankheiten des Immunsystems, zusätzlich zur ihrerZucker-Erkrankung. Diese Zahlen stiegen bei der Folgeuntersuchung nach etwa einem Jahr nochmals an.
Die weitaus häufigste zusätzliche Autoimmunerkrankung betraf mit 29 Prozent die Schilddrüse. Im Folgejahr stieg die Häufigkeit der Schilddrüsenerkrankungen bei den Studienteilnehmer sogar auf 32 Prozent an. „Deshalb sollten die Ärzte von Patienten mit Typ 1-Diabetes auch an andere Autoimmunerkrankungen denken und vor allem die Schilddrüsenwerte kontrollieren“, rät die Endokrinologin Dr. Wilgard Hunger-Battefeld. „Das ist besonders wichtig, weil unbehandelte Schilddrüsenerkrankungen den Stoffwechsel beeinflussen und so die Einstellung des Blutzuckers erschweren.“