Jahrestagung in den USA zeigt Fortschritte in der Krebstherapie

Foto: Professor Jürgen Wolf,Uniklinik Köln, Professorin Nadia Harbeck,Brustzentrum Uni Köln,/Roche-Pharma

Im Mittelpunkt der wichtigsten Jahrestagung zur Krebstherapie, durchgeführt von der American Society of Clinical Oncology (ASCO) mit etwa 30.000 Delegierten in Orlando/Florida stand die gezielte und personalisierte Krebstherapie. Was bedeutet das? Professor Jürgen Wolf vom Zentrum für Integrierte Onkologie am Klinikum der Universität zu Köln benennt als künftiges Ziel:
„To match the right drug to the right patient“ – das richtige Medikament für den richtigen Patienten zur Vermeidung unwirksamer und teurer Behandlungen!
Denn immer noch erkrankten pro Jahr allein in Deutschland mehr als 430.000 Menschen neu an Krebs. Weltweit schätzt man die Zahl der Betroffenen auf über zehn Millionen Menschen. Medikamente mit neuen Wirk- und Therapieansätzen sind daher in der Krebstherapie gefordert. So wird künftig die Sequenz-Therapie im Vordergrund stehen, d. h. der Tumor verändert sich in „Sequenzen“ und darauf versuchen die Forscher eine Behandlungs-Antwort zu finden.

Eines der forschenden Unternehmen ist die Firma Roche Pharma in Grenzach-Wyhlen.
Hier wurden Fortschritte nicht nur durch die konsequente Weiterentwicklung bereits zur Verfügung stehender Therapieregime mit Trastuzumab, (Herceptin ®). Erlotinib (Tarceva® ) und Bevacizumab (Avastin®) verzeichnet; auch innovative Substanzen (BRAF-Inhibitor PLX4032) und das gegen die HER2-Domain gerichtete Antikörper-Arzneimittel-Konjugat T-DM1 bieten Aussicht auf wesentlich verbesserte Therapiechancen und längere Überlebenszeit für den Patienten.

So berichtet z.B. Professor Jürgen Wolf vor der Fachpresse von beachtlichen Erfolgen bei ersten Anwendungen innovativer Krebsmedikamente im Rahmen einer personalisierten Krebstherapie. Das heißt: unterschiedliche Tumore erfordern eine unterschiedliche Behandlung. Voraussetzung für die Entwicklung der „richtigen“ Medikamente ist jedoch das Verständnis der Informationsübertragung (Signalübertragung). Er wies aber auch darauf hin, dass sich die Entwicklungen in einem Frühstadium befinden.

Neuere Daten zu der Behandlung von Brustkrebs lieferte Professorin Nadia Harbeck, Leitung des Brustzentrum der Uniklinik Köln:

Bei einem fortgeschrittenen, HER2-negativem Mammakarzinom/Brustkrebs bestätigt z.B. die RIBBON-1-Studie den Benefit von Bevacizumab in der breiten Anwendung (mehr zu den einzelnen Studienergebnissen , etwa der Komedikation mit Antidepressiva bei einer Tamoxifentherapie oder einer optimalen Gabe einer palliativen Chemotherapie sowie der zielgerichteten Therapie s. Links) .

Die Ergebnisse der Ribbon-1-Studie zeigten eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens und der Ansprechrate bei einer First-line-Therapie mit Bevacizumab (Avastin ®) in Kombination mit sieben gängigen Chemotherapie-Schemata.
Damit wurden die Ergebnisse der früheren Phase-III-Studien E2100 und AVADO, in denen der VEGF-Antikörper mit Taxanen kombiniert wurde, in vollem Umfang bestätigt. Mit den Ribbon-1-Ergebnissen liegen nun erstmals auch Daten für die Kombination mit dem oralen Zytostatikum Capecitabin (Xeloda ®) vor. Die stratifizierte Auswertung zeigte, dass das progressionsfreie Überleben in der Capecitabin-Kombination von 5,7 Monaten (Plazebo) auf 8,6 Monate (HR = 0,69) verlängert werden konnte. Auch das Therapieansprechen zeigte ebenfalls deutliche Verbesserungen zugunsten dieser Kombinationen und wurde von 23,6 auf 35,4 % gesteigert.

Sport und Bewegung bei Brustkrebspatienten erhöhen die Heilungschancen, so die Expertin.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Studien unter:

Krebsforschung

alle wichtigen Informationen zum Asco 2009 auch als PDF-Dokument zum Download (Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs)

Roche Onkologie

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