Ist Pferdefleisch gefährlich?

Foto: Pixelio, Hans-Christian Hein

(mko) Ist Pferdefleisch gefährlich? Das fragen sich angesichts des Skandals derzeit wohl viele Verbraucher. Das verarbeitete Pferdefleisch kann eine Gefährdung darstellen. Pferde dürfen nämlich mit für den Menschen nur in Ausnahmefällen zugelassenen Medikamenten behandelt werden, wie z. B. dem Wirkstoff „Phenylbutazon“. Besonders im Reitsport wird dieser Wirkstoff bei Schmerzen und Fieber eingesetzt. Ebenso gilt es als Dopingmittel. In der EU ist es zwar bei Pferden, die zum Schlachten vorgesehen sind, verboten. Dies gilt jedoch nicht für andere Länder. Teilweise werden jedoch in diesen Ländern auch Pferde, die nicht für den Schlachter bestimmt waren, zu Fleischlieferanten. Aus Großbritannien wurde nun bekannt, dass dort acht Pferde positiv auf den Tierarzneimittelwirkstoff Phenylbutazon getestet wurden. Wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mitteilt, wird ab sofort bis Ende März 2013 ein EU-weites Monitoring durchgeführt: Zum einen soll mithilfe von DNA-Tests ermittelt werden, in welchen Produkten Pferdefleisch statt des angegebenen Rindfleisches verarbeitet wurde (Untersuchungsumfang: EU-weit 2.250 Proben). Weiterhin soll Pferdefleisch, das legal im Verkehr ist, auf Tierarzneimittelrückstände von Phenylbutazon untersucht werden (eine Probe pro 50 Tonnen Pferdefleisch). Darüber hinaus wird derzeit die Einführung einer verpflichtenden Her-kunftskennzeichnung für verarbeitete Produkte von der EU-Kommission geprüft. Eine solche Kennzeichnung hätte nach
Auffassung des BMELV allerdings den aktuellen Skandal nicht verhindert; denn wenn einzelne Personen oder Firmen offensichtlich vorsätzlich falsch deklarierte und/oder rück-standsbelastete und damit nicht verkehrsfähige Ware in krimineller Weise zur Gewinnmaximierung in den Verkehr bringen, können scharfe Kontrollen zwar sehr hilfreich sein, derartiges Fehlverhalten aber nicht mit Sicherheit verhindern.

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
www.bvl.bund.de