Intimrasur gehört heute zum Modeideal

(mko) Mehr als 97 Prozent der jungen Frauen und 79 Prozent der Männer (Durchschnittsalter 23 Jahre) entfernen regelmäßig Körperhaar an mindestens einer Körperregion, auch der Intimregion. So eine Untersuchung der Universität Leipzig. 89 Prozent der Frauen, die sich regelmäßig rasieren/ epilieren/
/trimmen, tun dies an drei oder mehr Körperpartien. Fast die Hälfte der Frauen (48 Prozent) enthaaren sich vier Körperpartien gleichzeitig. Das sind vor allem Beine, Achselhöhlen, der Genitalbereich und die Augenbrauen. Bei Männern, die sich, abgesehen vom Bart, Körperhaar entfernen, werden zu mehr als 50 Prozent zwei oder drei Körperpartien einbezogen. Männer rasieren sich vor allem die Achselhöhlen, Genitalbereich oder Oberkörper.

Ausschlaggeben für die Beweggründe ist laut Stuienbefragung das Wechselspiel zwischen
“persönlich attraktiv“ sein und einer gesellschaftlicher Norm. So leiden Personen, die sich die Arbeit einer aufwändigen Haarentfernung machen, nicht an einer Störung ihres Selbstwertes.

88 Prozent der Frauen (und 67 Prozent der Männer) nehmen Intimrasuren vor. Professor Brähler: „Speziell für den Bereich der Intimrasuren bei Frauen, lässt sich sagen, dass es die ‚neue‘ Sichtbarkeit der äußeren weiblichen Genitalien ist, die dazu führt, dass sich auch hier Schönheitsnormen herausbilden: Erstmals entwickelt sich eine allgemeingültige – für weite Schichten der Bevölkerung – verbindliche Intimästhetik. Eine bis dato primär zur Privatsphäre zählende Körperregion – die Schamregion – unterliegt fortan einem Gestaltungsimperativ.“ Und so verwundert nicht, dass sich immer
mehr Frauen für die Option interessieren, auch im Intimbereich Korrekturen durch chirurgische Eingriffe vornehmen zu lassen oder es mit einem Piercing zu versehen, da dieser Bereich dem Auge mehr zugänglich geworden ist. Es ist davon auszugehen, dass das aktuelle Modeideal der“glatt rasierten Scham“, wie jede andere Mode, auch wieder aus der Mode kommt. „Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten“, so Professor Brähler.