Hornhautübertragung: Statt gesamte Hornhaut nur hauchdünne Schicht!

(mko) Ein neues Operationsverfahren revolutioniert jetzt die Hornhausübertragung. Statt der gesamten Hornhaut, werden nur haudünne Schichten übertragen. Augenärzte hoffen so, die häufigste Ursache für Erblindung aufhalten zu können. Das von US-Augenärzten entwickelte Operationsverfahren DSAEK (Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty) kommt zunehmend auch an deutschen Augenkliniken zum Einsatz. „Wir transplantieren dabei nur eine 100 bis 200 Mikrometer dünne Scheibe der Hornhaut, die aus Teilen der Stromaschicht und aus dem Endothel besteht. Dabei handelt es sich um eine dünne Zellschicht, die die Hornhaut innen auskleidet und sie von der Flüssigkeit der vorderen Augenkammer trennt“, erklärt Professor Friedrich E. Kruse, Direktor der Universitäts-Augenklinik Erlangen.
Das Endothel wird mit einem automatisierten Präzisionsmesser, dem Keratom, von der Hornhaut des Spenderauges abgetrennt. Nachdem der Operateur das erkrankte Endothel des Empfängers entfernt hat, schiebt er die feine Lamelle des Spenders durch einen kleinen Schnitt neben der Hornhaut in die Augenkammer. Dort platziert er sie auf der Innenseite der Hornhaut.
Das neue Verfahren kommt für jene Patienten infrage, bei denen eine Erkrankung des Endothels die Hornhauttrübung verursacht. Das ist bei etwa 40 Prozent der Fall. „Der Anteil des Endothels an der Hornhaut ist minimal. Es ist deshalb gar nicht notwendig, bei diesen Patienten die gesamte Hornhaut zu ersetzen”, so Kruse.