Herzmedikament oder Dopingmittel ?

(mko) Sportwissenschaftler gehen davon aus, dass der Wirkstoff S107 Herzinsuffizienz-Patienten und Ausdauersportlern gleichermaßen nützen kann.. Wissenschaftler der New Yorker Columbia University hatten bereits 2008 in einem Fachjournal berichtet, dass Muskelschwäche Folge einer gestörten Calcium-Freigabe ist, welche sich durch S107 unterbinden lässt. Die Substanz fungiert als Stabilisator eines wichtigen Calcium-Kanals und sorgt dafür, dass dieser nicht undicht wird, so dass der Muskel ermüdet.

Auch in der ARD-Sportschau war die Substanz S107 als mögliches Dopingmittel, vor allem für Ausdauersportler, im Gespräch. Mit der neuen Substanz würden 20 bis 30 Prozent der Muskelermüdung aufgehoben. „Tests mit Mäusen hatten gergeben, dass sich die Leistungsfähigkeit deutlich steigern lässt und die Erholungsphase verkürzt werden kann“. So Professor Dr. Mario Thevis, Leiter des Zentrums für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln. Obwohl S107 bisher noch nicht als Medikament auf dem Markt zugelassen ist, schließt er nicht aus, dass die Substanz bereits bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking eingesetzt worden sein könnte. Ein Verfahren um S107 nachzuweisen, befindet sich bereits in der Entwicklung. Da es sich um eine körperfremde Substanz handelt, ist der Nachweis Thevis zufolge relativ einfach.