Heile dich selbst – Traditionelle Chinesische Medizin im Focus der Wissenschaft

Foto: Dr. Hu Weiguo TCM Zentrum am UKE

(mko) In Hamburg gerät die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) jetzt in den Focus der Wissenschaft. Krankheit ist ein Signal, das dazu auffordert, die eigene Lebensweise zu überdenken und die Weichen neu zu stellen. Wenn etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, beginnt der Kampf unserer Selbstheilungskräfte. Gute Unterstützung liefern dabei die Heilmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin. Denn: Harmonie, Ganzheit und Gleichgewicht sind die Schlüsselbegriffe dieser alten asiatischen Heilkunst, deren Bedeutung in Europa und den westlichen Ländern immer mehr zunimmt. Mit Akupunktur, Reflexzonenmassage, Moxibustion und dem Trinken von chinesischen Heilkräuter-Auszügen kann das innere Gleichgewicht – entsprechend der Harmonielehre – oft wieder hergestellt werden. Gegenüber der westlichen Schulmedizin fehlen dieser Heilmehtode jedoch oft die nach westlichem Muster aufgestellten wissenschaftlichen Nachweise der Therapieanwendungen.
Das soll sich jetzt ändern. Am 1. Juli 2010 wurde die erste bundesweite, wissenschaftliche Einrichtung – das HanseMerkur Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf“ (UKE) – eröffnet. Ziel der gemeinnützigen Forschungs-
GmbH ist es, deutsche und chinesische Ärzte und Therapeuten mit klinischer und Grundlagenforschung die Wirkungen der Traditionellen Chinesischen Medizin zu untersuchen und zu dokumentieren. Studien sollen – auch in Kooperation anderen Zentren – Ergebnisse über die Wirkung der TCM liefern. Getestet werden sollen u.a. neurobiologische Mechanismen der Akupunktur-Analgesie, Wirkungsweisen von Kräutern über Modulation der Funktionen des autonomen Nervensystems oder Wirkungen der chinesischen Arzneitherapie auf die Immunologie oder bei der Krebsbehandlung. Die ganzheitliche Wirkung der TCM-Behandlungen wird zudem mit physikalischen Methoden der Gas-, Flüssig- und Massenspektrometrie untersucht. Dazu fließen Verfahren der Systembiologie ein. Zur Auswertung der Daten kommt Bioinformatik zum Einsatz.
Dank der langjährigen Verbindungen zwischen Hamburg und China wurde eine enge Zusammenarbeit zur Stärkung der Kooperation in Wissenschaft und Lehre mit der TCM- und der Fudan-Universität in der Partnerstadt Shanghai vereinbart. Auch Forschungskooperationen mit dem UKE, der Johannes Gutenberg Universität Mainz und der niederländischen Forschungseinrichtung TNO in Utrecht wurden verabredet.
Geschäftsführer des TCM-Zentrums sind: der frühere Hamburger Wissenschaftsstaatsrat Dr. Roland Salchow und der Neurologe Dr. Sven Schröder. Der erfahrene Mediziner bringt durch seine selbständige privatärztliche Praxis für Chinesische Medizin viel Know How mit. Das breite Behandlungsangebot über Tuina (spezielle Massagetechnik), Akupunktur, Chinesische Arzneitherapie( Pflanzen und Mineralien) und Qi-Gong kann von Privat- und Zusatzversicherten sowie Selbstzahlern genutzt werden. Die Behandlung (Diagnose und Therapie) erfolgt in der Praxis für Chinesische Medizin Dr. Sven Schröder: (Tel.: 040 413 57 990).

Welche Krankheitsbilder behandelt die TCM

Bei fast allen Erkrankungen ist die Regulation des vegetativen (den Körper steuernden) Nervensystems beeinträchtigt. Gerade in der Beeinflussung der vegetativen Funktionen des Körpers liegt eine Stärke der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), so dass fast bei allen Erkrankungen heilende oder lindernde Effekte durch TCM erreicht werden können. Neben der Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen (u.a. Migräne, Kopfschmerzen, Schulter-, Rücken-, Hüft- und Knieschmerzen) können auch andere Erkrankungen des Bewegungsapparates (Daumensattelgelenksarthrose, rheumatische Erkrankungen) und des Magen-Darm-Traktes (u.a. chronischer Durchfall, Reizdarm, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) günstig beeinflusst werden. Ebenfalls erfolgreich lässt sich die TCM in der Gynäkologie (Kinderwunsch, Regel- und klimakterische Beschwerden), bei Hauterkrankungen (u.a. Neurodermitis, Psoriasis, Akne, Juckreiz), Lungenerkrankungen (Asthma, chronische Bronchitis), chronischer Sinusitis, trockenen Augen, Zungenbrennen, chronischer Ulcera, Allergien (u.a. Heuschnupfen), Erschöpfungssyndromen (Leistungsschwäche, chronische Müdigkeit), leichten psychischen Störungen, Schlafstörungen und neurologischen Erkrankungen (Taubheitsgefühle, Lähmungen, Sprach- und Sprechstörungen) einsetzen.

Traditionelle Chinesische Medizin am UKE