„Hallo ihr – ich habe Diabetes!“ – Bayer zeichnet Projekte für Kinderdiabetes aus

(mko) „Learning by doing“ – anders klappt es nicht. Kinder mit Diabetes müssen lernen ihre Krankheit zu akzeptieren und selber zu managen. Das ist die gleichlautende Devise vieler multidisziplinärer Diabetes-Netzwerke und Selbsthilfegruppen. Es geht um Blutzuckermessen, das Berechnen von Lebensmitteln und das Spritzen des Insulins und das gilt nicht nur für die Kinder selber, sondern auch für ihre Familienangehörigen, für Lehrer, Sporttrainer und auch für die Geschwister.
Unter dem Titel FINE-Star (Name des Bayer-Maskottchen – eine kleine Giraffe) zeichnet der Konzern seit 2008 jährlich innovative und kreative Versorgungs- und Betreuungsprojekte für Kinderdiabetes aus. Im Focus stehen Projekte, die das Selbstmanagement der erkrankten Kinder unterstützen, z.B. in Selbsthilfegruppen, Elterninitiativen oder Netzwerken, die eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten, Kliniken, Lehrern und Familien ermöglichen und so die Fähigkeiten der Kinder unterstützen, ihre Diabetes-Erkrankung zu akzeptieren und selbständig zu managen. Denn, lautet die Diagnose Diabetes ist nichts mehr so wie es einmal vorher war. Selbst Kinder mit zwei Jahren erkranken schon an der chronischen Stoffwechselerkrankung und viele Eltern sind erst einmal völlig überfordert mit der Diagnose. Und auch die Kinder und Jugendlichen fragen sich: Wie wird sich mein Leben verändern. Auf was werde ich verzichten müssen? Viele fühlen sich in der Schule allein gelassen; während sie ihren Blutzucker messen müssen, gehen die anderen zur Pause. Auch haben sie Angst, ob ihre Freunde und Klassenkameraden sie mit ihrer Erkrankung akzeptieren.

Auch in Selbsthilfegruppen und anderen Netzwerken lernen die Kinder dann, dass sie nicht alleine sind und dass auch andere Diabeteserkrankte gut damit leben können.“ Wichtig ist, die Regeln zu lernen, dann kann man fast alles schaffen“, sagt die 14-Jährige Theresia Michel aus Görlitz, Mitglied der FINE-Star Jury 2011. Zur Jury gehören u. a. auch der Kinderdiabetes-Experte“ Professor Thomas Danne, Chefarzt im Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover und Vorstandvorsitzender von “ diabtesDE „ sowie Michael Bertsch, Gründer von Deutschlands größtem Selbsthilfeportal „diabetes-kids.de“.

Unter vierzig eingereichten Projekten wurden drei Preisträger ermittelt. Den 1. Preis erhielt das Team vom „Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche e.V.“ in Jena, ein Beratungsnetzwerk und erste Anlaufstelle für Familien unmittelbar nach der Diagnose. Angeboten werden Schulungen für Eltern und Kinder gemeinsam mit dem Kinderarzt Dr. Axel Dost vom Universitätsklinikum Jena, sowie einer niedergelassenen Kinderdiabetologin.

Den 2. Preis bekam das Kinder- und Jugendhaus „ An der Glockengießerei„ in Apolda in Thüringen, eine integrative Einrichtung für gesunde und diabeteskranke Kinder. Hier leben Kinder in vier Wohngruppen, mit je sieben Bewohnern. Alle werden individuell gefördert, besuchen die Schule und treiben Sport. Viele der hier wohnenden Kinder mussten schon sehr früh lernen für sich selbst zu sorgen. Eine altersgerecht Entwicklung war daher oft nicht möglich und Stoffwechselentgleisungen an der Tagesordnung. Die Kinder haben ihren Diabetes einfach ignoriert. Durch eine altersgerechte und intensive Betreuung durch eine ausgebildete Diabetesberaterin lernen sie in Apolda, wie sie ihre Blutzuckerwerte stabil halten können und auch die seelische und soziale Entwicklung dieser Kinder wird gefördert. Träger der Einrichtung in Apolda ist das „Hilfswerk für jugendliche Diabetiker gGmbH“ in Lüdenscheid.

Auch der 3. Preisträger sorgt sich um die Lebensqualität von diabeteserkrankten Kindern, speziell im sächsischen Raum. Unter dem Leitmotiv: “Gemeinsam – statt einsam“ bietet der Verein „Diabetiker Sachsen e.V.“ Schulungen, Sport und Kindergymnastik für betroffene Kinder, Jugendliche sowie Eltern an. Gleichzeitig schließt der Verein eine strukturelle Versorgungslücke auch am Krankenhaus Bautzen. Denn oft haben die Klinikmitarbeiter kaum Zeit für die vielen Fragen und Sorgen der Kinder und Eltern.
Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr ein „Ehrenpreis“ verliehen, an Andrea Witt, selbst betroffene Mutter in Schleswig Holstein. Heute ist sie Leiterin des Selbsthilfe-Vereins „Zuckerschnuten“, bei dem sie damals, als ihre Tochter erkrankte, Mitglied wurde. 2004 ließ sie sich zur Diabetesberaterin ausbilden und heute weiß sie aus Erfahrung, was es heißt, den Diabetes in den ganz normalen Alltag zu integrieren, denn das ist für die betroffenen Kinder und ihre Familien nicht immer selbstverständlich.

www.bayervital.de

Jugenddiabetes

www.diabetes-kids.de

www.diabetesDE.de