Hände weg vom Nikotin: guter Vorsatz im neuen Jahr

(mko) Hände weg vom Nikotin, für Raucher oft ein beliebter Vorsatz zum Jahreswechsel. Angst um die eigene Gesundheit, Sorgen um die Familie und die Kinder, das Gefühl der „Gefangenschaft“ in der Sucht quälen viele Raucher. Doch nur die wenigsten schaffen den Ausstieg aus eigener Kraft, viele suchen ärztlichen Rat. Ein optimaler Tabakausstieg basiert auf drei Säulen:

  • ärztliche Unterstützung/Hilfe bei strukturierter Tabakentwöhnung
  • Hilfe bei Verhaltensänderung (Entspannungstraining, Verhaltenstherapie)
  • medikamentöse Therapie zu Beginn der Entwöhnung

Ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der kein Nikotin enthält ist Vareniclin. Er dockt jedoch an denselben Rezeptor an wie das Nikotin. Inzwischen liegt zu diesem Wirkstoff auch eine Meta-Analyse vor. Die Studie fasst die Ergebnisse aus 15 randomisierten klinischen Studien des Herstellers zusammen, in denen 7.002 Patienten über wenigstens 12 Wochen mit Vareniclin – 4.190 Patienten-  oder Placebo ( Pille ohne Wiirkstoff) – 2.812 Patienten- behandelt wurden. (Siehe: Vareniclin: Kardiovaskuläre Risiken der Raucherentwöhnung bestätigt/Dez.2012  ärzteblatt.de).
Nikotinabhängigkeit ist ein komplexer Prozess. Ein wesentlicher Grund für den hohen Suchtfaktor ist die biologische Wirkung in unserem Nervensystem. Nikotin sorgt z.B. für eine vermehrte Dopaminausschüttung und die sorgt kurzfristig für eine bessere Konzentration und Aufmerksamkeit. Aber schon nach 20 bis 30 Minuten lassen diese positiven Effekte nach und dann muss die nächste Zigarette her. Bleibt die aus, folgen Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, schlechte Laune. Viele Menschen schaffen den Weg aus der Sucht nicht ohne gezielte Hilfe. Vareniclin blockiert den entsprechenden Rezeptor (Rezeptoren können als Empfänger für alle Reize betrachtet werden) und verhindert so das Andocken von Nikotin. Damit stoppt der neue Wirkstoff die Symptome des Rauchverlangens und des Entzugs. Gesamt-Dauer der Therapie: zwölf Wochen.

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