Geheinmis des Altern gelüftet? Forscher finden den Schlüssel-Mechanismus

(mko) Das ewige Geheimnis des Alterns scheint gelüftet. Laut Wissenschaftler Philipp Oberdörffer von der Harvard Medical School in Boston/USA heißt der Schlüssel Sirtuine. Das sind Gene, die vor allem zwei wichtige Aufgaben haben: geschädigte DNA zu reparieren und andere Gene an- und auszuschalten. Von Hefepilzen ist das bereits seit Jahren bekannt, jetzt haben die Forscher den Mechanismus auch in Stammzellen von Mäusen gefunden.
Was genau allerdings im Körper dazu führt, dass Zellen und Organe schlapp machen, wissen Forscher bislang nur ansatzweise. Ausgerechnet winzige Einzeller könnten jetzt einen Teil der Antwort liefern: Hefepilze. Bei ihnen sind offenbar die gleichen Genklassen wie bei Säugern dafür zuständig, dass die natürlichen Prozesse aus dem Ruder laufen, sprich: die Zellen sterben und am Ende der gesamte Organismus aufgibt.
In jeder Zelle eines Organismus sind zwar dieselben Gene vorhanden, doch nicht alle arbeiten am selben Ort und zur selben Zeit. In einer Nierenzelle etwa sind normalerweise alle Leber-Gene abgeschaltet. Wenn sie dennoch aktiv werden, können sie die Nieren schädigen. Die Aufsicht darüber liegt beim Sirtuin-Gen Sirt1, das unter normalen Bedingungen dafür sorgt, dass alle inaktiven Gene im Chromatin-Geflecht (bestehend aus DNA und Proteinen) verpackt und untätig bleiben.
Doch Sirt1 hat noch einen anderen wichtigen Job: Wann immer ultraviolettes Licht oder freie Radikale das Erbgut schädigen, muss es zu Hilfe eilen und die DNA-Reparaturmechanismen in Gang setzen. Dafür aber muss es die Überwachung der Gen-Aktivität vorübergehend aufgeben – und das hat Folgen: Häufig beginnt das Chromatin sofort, die Gene auszupacken, die dann aktiviert werden. Zwar kann Sirt1 wieder an seinen Aufpasserposten zurückkehren und die Gene erneut verpacken. Je älter die Mäuse aber werden, desto größer wird die Zahl der DNA-Schäden.