Früherkennung rettet Augenlicht.

(mko) 50-65 Prozent der Patienten mit ersten Symptomen einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) werden immer noch zu spät diagnostiziert. Gründe hierfür sind auf der einen Seite die nicht ausreichende Kenntnis der Bevölkerung in punkto AMD, aber auch die Tatsache, dass die Erkrankung im ersten Auge vom Betroffenen in den meisten Fällen nicht wahrgenommen wird, weil das andere Auge die Sehverschlechterung ausgleicht. Hinzu kommt: Wenn Patienten mit ersten Symptomen zum Augenarzt kommen, ist die Erkrankung häufig schon weit fortgeschritten. Seit Ende 2005 wird von den Augenärzten eine Früherkennungsuntersuchung angeboten, d. h. untersucht wird der Augenhintergrund mit weit gestellter Pupille, mit der erste degenerative Veränderungen auf der Netzhaut erkannt werden können. Diese Untersuchung wird als private Leistung, als so genannte individuelle Gesundheitsleistung, abgerechnet. Die Kosten betragen ca. 24 €. Eine Untersuchung zur Früherkennung kann von allen Menschen über 60 Jahren in Anspruch genommen werden. Dadurch können Risikopatienten – das sind Patienten, die selbst noch keine Symptome bemerken, aber auf der Netzhaut schon erste degenerative Veränderungen haben – frühzeitig identifiziert und im Folgenden engmaschiger beobachtet werden. Die Betroffenen werden durch die Untersuchung außerdem geschult, selbst auf eventuelle Verschlechterungen ihres Sehvermögens zu achten (regelmäßiger Selbsttest mit dem Amsler Gitter), ggf. das Rauchen einzustellen und sich vitaminreich zu ernähren.
Im Fall des Übergangs in eine feuchte AMD hat der Arzt die Möglichkeit, rechtzeitig die notwendige Therapie einzuleiten. Aber die Makuladegeneration hat nicht nur eine medizinische, sie hat auch eine menschliche Seite: sie verändert das Leben der betroffenen Patienten, im fortgeschrittenen Stadium auf gravierende Weise. Schleichender Sehverlust, das heißt z. B. nicht mehr lesen können, sich im Straßenverkehr nicht mehr orientieren können, die Gesichter der Enkel nicht mehr erkennen, sich im Spiegel nicht mehr sehen können etc. Und das kann heißen: Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Verlust, nicht nur vor dem Verlust der Sehkraft, sondern auch dem Verlust von Sozialkontakten.
Mehr Informationen zur altersbedingten Makuladegeneration (AMD): Pro Retina Deutschland e.V. Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen in Aachen, Tel: 0241-870018.