Frauenärzte: Große Preisdifferenz bei IGel- Zuzahlungen

(mko) Bei den so genannten IGel-Zuzahlungen, die häufig in den Praxen der Frauenärzte gefordert werden, herrscht eine enorme Preisdifferenz, außerdem fehlen allgemeine Richtlinien für die Preise. Oft schwanken die geforderten Beträge zwischen 65 und 150 Euro für ein und dieselbe Untersuchung. Das stellten ein Beratungsunternehmen und der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen in 186 Arztpraxen fest. IGel-Leistungen machen heute bereits acht Prozent des Umsatzes bei den Gynäkologen aus, mit steigender Tendenz. Denn dieser Umsatz von derzeit durch-schnittlich 2.000 Euro monatlich soll noch steigert werden. Aber selbst unter Experten herrscht Unsicherheit welche Untersuchungen wirklich sinnvoll sind. Professor Werner Lichtennegger von der Charité in Berlin und Dr. Ursula Stüwe, Präsidentin der Landesärztekammer Hessen halten z. B. den Test auf humane Papillomaviren, (Kosten je nach Praxis zwischen 45 und 109 Euro) für unsinnig, da die meisten sexuell aktiven jungen Frauen HP –Viren haben. Doch nur ein kleiner Prozentsatz entwickelt über einen lan-gen Zeitraum hinweg eine Krebser-krankung. Daher sollten sich Pati-entinnen vor ihrer Entscheidung ausführlich vom behandelnden Arzt beraten lassen. Die hessische Landesärztekammer will jetzt ein Merkblatt herausgeben, das Klar-heit schaffen soll. Patientinnen sol-len eigenverantwortlich entscheiden können, ob das Angebot, das ihnen in den Praxen gemacht wird, für sie sinnvoll ist oder nicht, so Ursula Stüwe.