Fettgehalt selber messen

Foto: Bayervital

(mko) Fett ist nicht Fett. Denn Fett am Bauch, oberhalb der Hüfte, ist ungesünder als am Po. Forscher von der Universität Graz in Österreich haben ein Messgerät entwickelt und erstmals auf der diesjährigen Messe MEDICA in Düsseldorf vorgestellt. Das Messgerät (Lipometer) misst nicht die Gesamtmenge des Körperfetts, sondern die Fettverteilung im Körper. “Eine Frau, die 172 Zentimeter groß ist und 62 Kilo wiegt, ist sehr schlank“, sagt Doktor Heidi Schmitt von der Universität Graz. „Trotzdem kann sie durch eine falsche Fettverteilung ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krankheiten aufweisen.“ Krankheiten, für die erwiesenermaßen durch Fett am oberen Bauch ein erhöhtes Risiko besteht, sind Typ 2 Diabetes, koronare Herzerkrankungen und das Polyzystische Eierstocksyndrom, eine Fertilitätsstörung, so die Forscherin.
Vorteil: Mit dem Lipometer kann jeder seinen Fettgehalt ganz einfach selbst messen, an jeder beliebigen Stelle des Körpers. Der Lipometer, nicht viel größer als eine Fernbedienung, wird an der Haut angesetzt. Sein Sensorensystem misst dann die Fettschicht bis zu fünf Zentimetern. Dazu strahlt Rotlicht in die Haut, das am Knochen reflektiert wird. Nicht alles Licht schafft den Weg zurück. An der zurückgestrahlten Lichtmenge, die durch das Fett hindurch dringt, kann der Sensor messen, wie dick die Fettschicht ist. Das gibt er dann sofort in Millimetern an. Im Internet kann der Patient die Zahl auswerten und ein persönliches Profil erstellen. Denn die erlaubte Fettmenge hängt auch von Faktoren wie Alter und Geschlecht ab. „Im Prinzip ist das die billige Alternative zur Computer-Tomographie.“.